Wolfszeit Festival 27-29.8.15 02.08.2015 - von Simi Dörig

Tief in einem Thüringer Walde verbirgt sich auf einer Lichtung ein kleines Ferienland, indem es einmal im Jahr so richtig Düster und Laut wird, denn es ist Wolfszeit!

Das Wolfszeit Festival wurde 2007 erstmals vom Sänger von Varg in der Stadthalle Hollfeld organisiert und konzentriert sich vor allem auf den Pagan und Black Metal Bereich.
2009 zog es dann auf das Gelände des ehemalige DDR Ferienlands bei Crispendorf, wo es am 27-29. August 2015 zum neunten mal stattfindet.
Der Begriff Wolfszeit stammt übrigens aus der Edda und ist auch der Name des ersten Studioalbums von Varg.

Ich landete das erste mal 2012 auf dem „Wolfi“ und das erste was mir dort aufgefallen war, ist das einzigartige Festival Gelände:
Ein Gebäude mit Kantine, wo schon ab Donnerstag die Warm Up Party losgeht und das ganze Festival über günstig Gegessen werden kann.
Ein Häuschen auf dem grossen Zeltplatz mit festen Toiletten und Duschen (ja keine Wagen oder Dixi’s)
Ficken-Stand (das Getränk, lasst die schmutzigen Gedanken beiseite), Grillstellen (eigene Grills sind verboten), seit 2014 können im Hauptgebäude Zimmer mit Betten gemietet werden sowie eine Cocktail Bar mit Stempelkarte für ein gratis Goodie.
Eine kleine Kinderbahn, mit der man für 3 Euro um das ganze Festival Gelände sauf… ehm fahren kann und dass ist definitiv Metal!
Das Beste ist jedoch, dass das ganze Gelände mit Camping und allem, rund herum von einem Wald umgeben ist und das ergibt eine einzigartige Atmosphäre, wie ich es so noch nirgendwo vorher erlebt habe.
Damit ihr euch das ein bisschen besser vorstellen könnt, gibt es auf der Webseite einen Geländeplan.

Was hier vor allem noch zu beachten ist, sind die scharfen Regeln gegenüber Rechtsradikalen, da die Szene leider ein kleines Problem mit Nazis hat.
Wer auf dem Gelände mit Hassparolen, einem Hitlergruss oder einem NSBM Shirt auftaucht, fliegt ohne zu zögern hochkant vom Festival Gelände. Eine Liste der verbotenen Bands findet ihr hier.
Das klingt jetzt zuerst einmal ziemlich hart, doch wir sind auf einem Festival und wollen Spass haben, da gehört solche Hetzerei nicht hin.

Jetzt kommen wir aber zu den Gigs die ja immerhin der Hauptgegenstand eines Festivals sein sollen:

Eluveitie
Headliner des Festivals ist die schweizer Band Eluveitie, die mittlerweile ausserhalb ihres Landes bekannter sind, als in ihrer Heimat.
Mit ihrem keltisch angehauchten Pagan Metal haben sie 2014 mit Origins ihr sechstes Album präsentiert und ihr Dauerbrenner Inis Mona wir auch schon jeder einmal gehört haben.
Ich selbst habe sie schon oft genug gesehen und werde auch nur mal kurz auf dem Konzert vorbei schauen, alle anderen die mehr aus dem Norden kommen, werden sich aber bestimmt auf das Konzert von ihnen freuen!

Korpiklaani
Das finnische Humppa Folk Metal Urgestein Korpiklaani waren 2010 schon einmal auf dem Wolfi und ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf die Band.
Jede ihre Shows, die ich bisher gesehen habe, war ein reines Bierfass voll mit Stimmung, Trunkenheit und Spass, auch wenn ich danach meistens nicht mehr so viel davon wusste.
Korpiklaani (finn. Klan der Wildnis) spielen eine Mischung aus Liedern über die Wälder, das Reisen, reinen Saufsongs und das eine oder andere Cover von Motörhead, was ihnen eine gute Mischung und einen verdienten Headliner Platz am Freitag bringt!
Happy Little, Happy Little, Happy Little Boozer!

Varg
Der Gründer des Festivals und im Schnitt jedes zweite mal dabei, ist Varg eine heiss diskutierte Band.
Entweder man hasst oder liebt diese Band, bei mir ist es letzteres und ich werde mir es auch nicht nehmen lassen, die Schwarz/Rote Theaterschminke wieder einzupacken.
Dieses Jahr feiern sie auch gleich ihr 10 jähriges Bestehen und wollen die besten Lieder ihrer Alben die sich von den reinen Pagan Gründungsjahren jetzt auch bis zur Neuen Deutschen Härte erstrecken.
Ich selbst bevorzuge die Alben Wolfszeit und Blutaar und hoffe auf massig Songs dieser genialen Alben, wenn es dann wieder heisst:** IHR WÖLFE, ERHEBT EUCH!**

Belphegor
Benannt nach einem Dämon des Mittelalters, spielt diese österreichische Band eine Mischung aus Death und Black Metal. Gesungen wird über Gewalt und Blasphemie, wobei die Kirche und andere Religionen als Werkzeuge dargestellt werden, um die Menschheit zu knechten. Belphegor sind dabei allerdings nicht als Satanisten zu verstehen sondern wie der Sänger betonte „Feinde des Kreuzes“
Auch die Folgende Aussage beschreibt die Band sehr gut:
„...Titten, Tod und Teufel zu BELPHEGOR gehören, wie das Amen in der Kirche“

Suidakra
Eine Band, auf die ich mich speziell freue, da ich sie bist jetzt nur einmal auf dem Heidenfest 2013 gesehen und am Ragnarök leider verpasst habe. Aufmerksam auf sie wurde ich, als ich bei der Legacy Ausgabe, mit dem Interview zur neuen Amon Amarth Scheibe (kurz zum Bücherregal gewatschelt: Legacy 3/2013), eine Demo CD mit zwei Römern und einer Keltin darauf fand: Das Cover von Eternal Defiance!
Melodic Death Metal mit Celtic/Folk Einflüssen, so hat es mir diese Band einfach angetan und die letzten 3 Studioalben waren ziemlich schnell bestellt!

Gernotshagen
Pagan Metal vom feinsten, garniert mit Black Metal Elementen bieten Gernotshagen eine ganze Palette an Liedern über die Natur, Schlachten, Gedanken über Treue und Zusammenhalt sowie anderen Themen.
Wolfszeit 2013, Hörnerfest, Raunächte Tour 2014 oder AAARGH 2015: Jedes Konzert von ihnen war einfach nur Episch und Geil!
Während die meisten, die ich kenne auf Mare aus Wäldernen Hallen schwören, das nebenbei schon lange Ausverkauft ist und teils zu Wucherpreisen auf Ebay auftaucht, bin ich eher der Typ für Weltenbrand.
Schon allein der Anfang mit Offenbarung und Weltenbrand ist einfach unbeschreiblich geil!
Einsam, Bilde Wut und* Schlachtenbruder* gehören hier zu den Meisterwerken, wobei das Klagelied Die Banner hoch der Nacht entgegen einen einfach genialen Abschluss liefert!
So ziehen wir im stillen, gemeinsam durch das Leben. Die Banner hoch der Nacht entgegen

Weitere Bands sind, jeweils mit verlinkter Homepage und Youtube Hörprobe:

TICKET IM VVK mit Camping und Müllpfand 60 Euro (endet bald)
Abendkasse mit erhöhten Preisen für 1 und 2 Tagestickets.

Anreisezeiten zum Camp & Parkplatz, bitte Einhalten da ihr sonst draussen Pennen müsst bis zum nächsten Tag

  • Donnerstag: Von 14:00 bis 22:30 Uhr
  • Freitag: Von 10:00 bis 22:30 Uhr
  • Samstag: Von 10:00 bis 22:30 Uhr

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