Wikingerrotkupferbraunbronze 18.11.2016 - von Simi Dörig

Dies ist eine Hommage bzw ein Metal Verschnitt von Patrick Salmen's genialem Poetry Slam: Rostrotkupferbraunbronze, abgestimmt auf den Sänger von Caligo Durus, für seine Kommentare zu meinem Bart auf Facebook!

Taken from Facebook
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Lieber Steve,
Anlass meines Beitrages ist folgender, dein Kommentar unter meinem Bild: „Dir steht kein Bart!
Betrachte unsere Freundschaft mit diesem Eintrag offiziell als beendet, Arschloch! Mein Bart, den hatte ich schon zu jungen Metaljahren. Den nehme ich doch nicht ab wie ein Shirt einer Band, die scheisse geworden ist. Alles was ich habe ist mein Bart. Ich brauche Zuflucht für meine nervösen Hände, wenn ich rede und keine Axt in der Hand halten darf. Ich brauche dieses lange, flauschige Teil an meinem Kinn, den ich streicheln kann wenn ich überlegen muss.

Nun, ich bin weder gutaussehend, noch in einer Band. Was bleibt mir also übrig? Das Verruchte, die Verwegenheit!
Aber eigentlich bin ich gar nicht verwegen, sondern verlegen und schüchtern. Alles was mich schützt ist mein Bart. Er ist wie eine Mikrowellenabdeckhaube, eigentlich braucht man die auch nicht aber sie suggeriert die Illusion von Schutz und wenn ich was erzähle und nervös bin und zitter, dann kraul ich ihn wie eine Katze, denn er ist weich und ich hasse diese Kinn, Schnurrbärte und diese ausgedünnten Schmalkotletten. Das ist wie "Ich hätte gerne ein grosses Bier mit extra Metzusatz aber schöpfen sie mir es ab. Bitte nur der Schaum, der ist so lecker."

Ein Bart ist Zuflucht, Exil vor Stress, vor Konfrontation, wie ein Plattenpanzer um meine Haut. Dann bin ich wie in einer Schlachtrüstung und keiner weiss was unter dem Helmvisier geschieht.
Er ist symbolisch Metapher für alles. Im Sommer ist er biergetränkt, im Herbst verweht, im Winter eingefroren und im Frühling blutverschmiert! Genau wie meine Stimmung! Aber eigentlich habe ich gar keine Stimmung, Bartträger kennen keine Gefühlsreaktionen!
Ich trage meinen Bart nicht aus Eitelkeit. Gut, früher schon. Ich trug meinen anfänglichen Flaum mit Stolz und Anmut. Ich dachte ich sehe aus wie ein Wikinger oder ein Rocker.
10 Jahre später sagt man mir, ich sehe eher aus wie ein verdammter Hipster, so der Trendtyp, aber dafür sei ich zu Schwarz angezogen.
Leute ich würde mich ja gerne der neusten Mode anpassen, aber dazu bin ich zu wenig Mitläufer, schliesslich habe ich meine eigene Meinung!

Du sagst, auch mit Bart sehe ich kindlich aus, klar das kann schon sein.
Genau wie das süsse kleine Kind in Horrorfilmen. Das sieht auch süss aus und zerfetzt dann die nächsten drei Typen zu Blut und Gedärmen,
Ich bin im innerer halt eben noch Kind geblieben, dazu gekommen sind einfach nur der Bart, Alkohol und gefährlicheres Spielzeug!
Und weisst du was sich auf Bart reimt? Auf Bart - Hart! Harte Typen tragen Bärte und sonst reim sich gar nichts auf Bart, gar nichts! Vor allem Zart, das reimt sich nicht, Zart reim sich auf Glattrasiert!

Du willst mich verändern, das merke ich doch. Rasieren… ich verlange von dir doch auch nicht das du anfängst Alkohol zu trinken. Ich will auch mal mit dir Anstossen können, na und?
Wenn ich mich rasieren würde, würde ich mich nackt und wie ein kleines Mädchen fühlen und mit den Locken wie ein Engelchen aussehen und anfangen Musik über Liebe und Herzschmerz zu hören.
Ich hasse diese Songs, sie sind für Frauen und Kinder, solche die zuerst gerettet werden, wenn das Schiff untergeht! Doch uns Männer braucht man nicht retten, wir halten und gegenseitig an unseren Bärten fest und singen Manowar auf Russisch!


Soweit es möglich war, den Originaltext genommen, umgeändert und halt den Teil mit der Beziehung heraus geschnitten, da sich das schlecht auf einen Mann ändern lässt, sowie eben die Dinge, die nicht auf mich zutreffen!
Nehmt es mit Humor und schaut euch doch noch das Original an!