Vogelfrey – Sturm und Klang 31.10.2015 - von Simi Dörig

Stürmisch kommt das dritte Album der sechs Vaganten daher, Vogelfrey schlägt den Meeresweg ein, bleibt sich selbst aber treu!

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Drei Jahre ist es her, seitdem Vogelfrey „Zwölf Schritte zum Stick“ gegangen sind. Die sechs köpfige Band aus Hamburg-Bergedorf, gehört in die Folk Rock Szene und haben sich schon auf ganzen, ich muss mal nachschauen, auf den Mittelalter Party CDs sind sie öfters drauf, aber insgesamt auf 12 Musikkompilationen vertreten und das nur mit den ersten zwei Alben!
Lieder wie Schuld ist nur der Met, Heldentod, 6 Vaganten oder die epische Ballade: Waffenbruder, sollten jedem in der deutschen Pagan Szene, in Leib und Text übergegangen sein.
Neben den klassischen Metal Instrumenten, gibt es in der Band noch eine Geige und ein Cello, was einen Metal angehauchten, deutschen Folk-Rock ergibt. Hierbei macht Vogelfrey vor allem die Mischung aus, sei es von langsamen traurigen, bis hin zu härteren, schnellen Liedern.

Doch kommen wir zum neusten Werkes Vogelfrey‘s, Sturm und Klang präsentiert sich schon im Cover mit Wellen und Leuchtturm. Schön maritim und ein bisschen düster ist das Design, was sich auch Zeichnerisch, bewusst von ihren ersten zwei Alben abgrenzt.
Die Standard Version des Albums hat 12 Tracks, ich stelle euch hier aber gleich noch die 3 Bonus Songs auf dem Digipack vor!


1. Sturmgesang
Stürmisch (dummes Wortspiel) kommt Sturmgesang daher, mit Energie und was man einfach von Vogelfrey erwartet. Der Song ist sogleich auch, das erste Musikvideo der Band und wurde als Vorschau des Albums, auf YouTube veröffentlicht. Nach dem Clip war die Vorfreude einfach fast nur noch unertragbar, Vogelfrey waren zurück und das hart!


2. Tandaradei!
Frühlingsgefühle, Weiber, Bienchen und Blümchen… auf den Text will ich hier gar nicht weiter eingehen. Der Sound wiederum macht einfach Spass und hat auch etwas zwischen den Zeilen.

3. Hörner Hoch
Das Trinklied des Albums, wie man es von der Band gewohnt ist!
Schneller Rhythmus, Refrain zum Mitsingen, doch hört doch einfach mal selbst rein.
Vogelfrey haben ja immerhin, ein trinkfreudiges Lyric-Video dazu gezaubert!
PS: Kleine Challenge, trinkt jedes Mal bei „Hörner Hoch“ einen Schluck ;)


4. Abschaum
Gitarrenlastiges Lied über Vogelfrey selbst. Aufstand gegen den Adel, Beutegier und vieles mehr, erwartet euch hier.

5. Gold
Das zweite maritime Lied: Was ist des Pirrraten liebstes Gut? Nein nicht Rum, Gold (denn damit kann man Rum kaufen)
Hier hört man vor allem wieder die Geige heraus, während über Kanonen, Jolly Roger, die verfluchte Navy und die Jagd nach einem Schatz, gesungen wird!

6. Strohfeuer
Ein fröhliches Lied über… naja was man so heisses im Stroh machen kann, überlasse ich hier mal euer Fantasie.

7. Nachtgesang
Kleine, verträumte Ballade, die hier wieder mit mehr Folk Elementen, vorgetragen wird.

8. Apocalypsis
Was mir an diesem Lied besonders gut gefällt, ist der Wechsel zwischen, dem härteren Refrain, ruhigeren Strophen und den Teilen, mit der weiblichen Stimme.
Düster und musikalisch ziemlich gut, wird hier vom Ende alles Tage berichtet.

9. Land unter
Gottes flammend Schwert ist kalt und nass, 1000 tosend Wellen, kühlen seinen Hass!
Nicht nur auf der See, auch an Küstennähe, kann das Meer eine Gefahr darstellen.
Wieder mit Seitenhieben gegen das Christentum, stellt Vogelfrey hier eine der grausamsten Naturgewalten dar, die grosse Flut!

10. Der Chirurg
Der Anfang erinnert mich ein bisschen an Dethklok, bevor der Gesang einsetzt, weiter geht es mit allerlei chirurgischen Experimenten.

11. Rolling Home
Gitarre, Schlagzeug, Geige und mehrheitlich klarer Gesang, künden sie von einer Schar Antiker (im Text kommt Ares und der Olymp vor) die von ihrem Beutezug heimkehren.
Die Melodie reisst mit und das Stück gehört, zu den Highlights des Albums!

12. Im Auge des Orkans
Zur Abwechslung mal etwas zum Entspannen, wie der Titel schon sagt, denn da ist es ja bekanntlich ruhig während rund herum alles tobt. Bis einem dann, gegen Ende des Leides, der Sturm wieder erwischt, bis das ganze dann mit leichtem Donnergrollen und Regengeräuschen ausklingt, ein schöner Abschluss für das Album!

13. Knochenchor (Bonus Song)
Mein Lieblingslied des Albums:
Wollt ihr schon gehen mein geschätzter Gast? Da gibt’s ein Problem also spart euch die Hast.
Keiner der je meine Schänke betrat, im Leben je wieder gesehen wart!
Eine dunkle, zwielichtige Schenke, tanzende Leichen, ein furchterregender B-Teil und ja…
Ich habe halt eine kleine Schwäche für Untote Sagen <3

14. Bluthochzeit (Bonus Song)
Jetzt wird es ganz böse, vor allem da dieses Lied von einem historischen Massaker handelt (Link zum Wiki Eintrag)
So ziemlich der härteste Song des Albums, musikalisch wie auch Songtextlich. Abschlachtungen, Schändungen, Kindsmord… Von den Folk Einflüssen ist hier auch nichts mehr zu hören, Gitarre und Drums geben her, was sie können.
Angetan hat es mir vor allem, die zynische Trauung in der Mitte des Liedes, mit Paff und angespielter Hochzeitsmelodie.

15. Alkoholverbot (Bonus Song)
Ein typischer Fall von: Jungens, ich glaub der Schnaps ist kaputt… die Weiber werden nicht hübscher, sondern hässlicher…
Ein typischer, Vogelfrey Humor Song, den ihr einfach mal gehört haben müsst!

Als kleiner Tipp, die Bonus Songs bekommt ihr auch einzeln auf Amazon und iTunes!

Fazit:
Vogelfrey gehen mit Sturm und Klang neue Wege, man hört den Unterschied zu den ersten 2 Alben deutlich. Dies ist aber nicht schlecht, da Abwechslung ja das Leben ist.
Mir fehlen zwar Lieder, die sich einfach Festbeissen, dafür wird von Anfang bis Ende an einem Strang gezogen. Zusammen mit den 3 Bonus Songs, erhebt sich ihr neues Werk auf 8/10 Unwetter!

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