Vibratör - Black Heart EP 07.03.2015 - von Knut van Knöterich

Die Jungs von Vibratör sind zurück mit neuem Material!

Vibratör - Black Heart EP

Halloween 2014: Ich stehe als Eisbär verkleidet in der Miami-Bar in Feldkirch und spreche mit Ace von Vibratör. Dann händigt er sie mir aus: Die nigelnagelneue EP, frisch ab Presse! Im Januar 2014 veröffentlichten sie ihr erstes Musikvideo zum Song «Six String Warrior», spielten ein paar Konzerte, brachten neues Live-Material und liessen uns lange warten. Das Warten hat nun ein Ende!

Vier Songs schmückt die CD, davon ist der erste Song ein Instrumentalintro. Das Cover ziert ein riesiger Octopus, der ein altes Schiff zerstört. Piratenmucke? Yo ho ho and a bottle o´ rum? Frischens Fitz frischt fischens Fitz?

Die CD ist im Laufwerk, die Kopfhörer montiert, ich bin ready!

  1. Calypso

Instrumentelles Intro... Naja, wem´s gefällt. Ich für meinen Teil halte nicht viel von Intros.

  1. Bottom up

Aaaah, darauf habe ich gewartet. Brachialer Vibratör Sound! Die E-Saite wird sehr gut beansprucht. Aus dem Strophenteil hätte man mit dem Schlagzeugsound mehr rausholen können. Der Refrain mit dem Doublebass des Drums wirkt sehr treibend, ein einfacher Shout als Anhaltspunkt für besoffene Metaller passt perfekt. Die Stimme von Ace ist unverkennbar, Lemmy lässt grüssen. Raze malträtiert seine Klampfe auf höchstem Niveau, unglaublich der Typ. Abrupter Schluss. Nicht schlecht.

  1. Six String Warrior

Den Song kennen wir aus ihrem Musikvideo. Kurzes, knackiges Intro mit Soli-Einlagen. Unglaublich geiles Doublebass im Strophenteil. Wunderbarer Mitgröhlpart vor dem eigentlichen Refrain. Der Unterschied von Raze's hoher, leicht kreischender Stimme und Ace's tiefer, fast schon growlender Stimme bringt so viel Abwechslung in den ganzen Song, einfach nur genial! Eine ruhige Bridge mit Raze am Mikrofon und vorallem an der Gitarre... Was der Typ da zusammenshreddet ist einfach nur Porno! Dieser Song ist zweifelsohne DAS Goldstück auf dieser EP. Mehr kann, sollte und muss ich zu diesem Song gar nicht sagen.

  1. Curse of the Black Heart

Intro... Jawohl: Vibratör sind Introgeil, hört man bei diesem Song wieder deutlich raus. Plötzlich ein abrupter Cut und heftiges Geschredde beginnt, Ace's Stimme ertönt. Vom Gesang her eher ruhiger, von den Instrumenten allerdings hektischer Pre-Chorus. Ohkay...ahm...Raze singt den Chorus, an und für sich geil... Aber dieser Chorus... Ungefähr so als ob man ein Filetstück durch den Fleischwolf dreht um Hackfleisch zu produzieren. Nicht damit man mich falsch versteht: Er ist sauber gespielt, viel Abwechslung seitens Schlagzeug... Aber es fehlt so die Brutalität, das Treibende, das “Einfach, aber gut“. Es passt absolut nicht zum Song, völlig fehl am Platz. Das Solo oder besser gesagt die Soli danach sind allerdings bombastisch! Raze zieht nicht alle Register, ER IST ALLE REGISTER! Oh Gott... Nach diesem schon fast Van Halen's “Eruption“ würdigen Solo kommt wieder dieser Refrain...
Dieses Lied hat das Potential für einen kräftigen, lauten und brutalen Vibratör Song. Aber wie ich hätte Professor werden können, aber zu faul zum Lernen war, ist dieser Song oder präziser gesagt sein Refrain genau gleich: Faul.

Joa Mensch. Ich sollte ein Fazit ziehen...

Wenn wir die Sache objektiv betrachten ist es eine gute EP und ein guter Startpunkt für Leute, die Vibratör noch nicht kennen. Da wir aber alle wissen, dass ich ein Paradebeispiel für Anti-Objektivität in meinen Reviews bin, werde ich mal subjektiv und auf mich fokussierend:

Ich habe mir sehr viel mehr erwartet. Wahrscheinlich habe ich mir die Messlatte für diese EP einfach zu hoch gesteckt. Jaja, ich hab Latte geschrieben...
Zum Einen Six String Warrior: Ein unbeschreiblich geiler Song und er hat alles was ein guter Vibratör Song ausmacht: Treibende Strophenteile, ein Mitgröhlpart, das krasse Gegenteil von Ace's und Raze's Stimme, ein wunderbares Solo.
Und zum Anderen haben wir Curse of the black heart: Eigentlich geil, aber gottverdammt Jungs: Ihr könnt so geile Songs und Refrains schreiben, also tut es auch gefälligst! Natürlich will sich eine Band weiterentwickeln, Neues ausprobieren und komplexere Songs erschaffen, was gut und gesund für eine Band ist. Man sollte jedoch nicht das Altbewährte und Beliebte ersetzen wollen... Sonst kommt so ein Müll wie Metallica's St.Anger dabei raus...

Abschliessend darf ich all Jenen die Vibratör EP “Black Heart“ empfehlen, die Vibratör noch nie gehört haben. Sie zeigt einen guten Querschnitt durch das Schaffen von Vibratör, allem voran Six String Warrior. Anderseits darf ich alle dazu auffordern auf ein Konzert von Vibratör zu gehen, denn diese Jungs sind live über 9000 Mal besser als auf der CD, denn sie besitzen eine Bühnenperformance die Ihresgleichen sucht!

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