Vanir - The glorious dead 08.11.2014 - von Simi Dörig

Auf die glorreichen Toten, auf das dritte Album einer kleinen Viking Metal Band aus Dänemark!

Vanir wurden 2009 in Roskilde (DK) gegründet und bestehen aus fünf Männern und einer Frau:
Gesang, Lead Gitarre, Rythm Gitarre, Bass, Drumms und Dudelsack.
Der Name stammt aus der nordischen Mythologie und bezieht sich auf das zweite Göttergeschlecht neben den Aasen, die Wanen (engl. Vanir)
Nach Særimners kød und Onwards Into Battle folgt mit The Glorious Dead ihr drittes Studio Album!

Während Onwards Into Battle noch eher melodischer war, wirkt das neue Album ein Stück finsterer, brutaler und ernster. Schon allein das Cover sagt einiges aus: Statt einen heldenhaften Krieger der gegen eine Bestie kämpft, wird uns eine Reihe Gefallener aus verschiedenen Epochen präsentiert.
Vielen ist allerdings dieser Zeichenstiel zu kitschig und altmodisch… Naja ich mag es, war aber schon immer ein bisschen eigenwillig.
Auch ihr Musikstiel hat sich geändert, mehr harte E-Gitarre und Growls, weniger Gesang und melodische Abschnitte. Es klingt irgendwie nicht nach dem Vanir das ich kenne, doch gehen wir die Songs einmal Einzeln durch.

  1. Fall of the Eagle
    Eines meiner geschichtlichen Lieblingsthemen, das schon so einige Bands aufgegriffen haben.
    Die Varusschlacht, Schandfleck in der römsichen Geschichte und Heldenepos der Germanen. (Siehe Wikipedia)
    Das Lied liefert einen guten Start in das Album, beide Gitarren sind gut mit dem Dudelsack abgestimmt, was eine kleine melodische Note in den Rhythmus bringt.

  2. March of the Giants
    Vom Stiel genau wie das erste Lied: Krieger die in die Schlacht ziehen und den Tod über die schwachen Lämmer bringen. Nichts wirklich Neues.

  3. Written in Blood
    Etwas das mich jetzt überrascht hat, ein Lied über die Kämpfe in den Gräben des ersten Weltkrieges, was auch den Soldaten auf dem Cover erklärt.
    Das Tempo wird ein bisschen herunter geschraubt, genau wie der Dudelsack nur noch sporadisch auftaucht, was be diesem Thema auch verständlich ist.

  4. The Glorious Dead
    Das Lied, nachdem das Album benannt wurde. Bezogen auf die Arenen des alten Roms, die Orte für Ruhm und Ehre waren.In guter alter Growl Manier wird hier mit Gitarre und Schlagzeug der Lebensinhalt eines Gladiators erzählt.

  5. I Valkyriernes Skød
    Das einzige Lied, das in der dänischen Sprache geschrieben wurde. Soviel mir die Übersetzungen helfen, geht es um die Krieger die auf den Schoss einer Walküre zu Odin geleitet werden.
    Das Lied wirkt langsam und traurig, sozusagen ein Klagelied, allerdings hätte ich mir dafür Gesang anstatt Growling gewünscht.

  6. Overlord
    Overlord, Endgegner… Operation Overlord, auch besser bekannt als D-Day am 6.6.1944!
    Gehört zu den besseren Melodien des Albums, der Sturm der Allierten auf die Normandie!

  7. The Flames of Lindisfarne
    Lindisfarne, 8.6.793 A.D. (ja ich kann das Datum auswendig) Datumsgeber für den Beginn der Wikinger Epoche. Habe aufgehört zu zählen wie viele Lieder es über diesen Überfall gibt, einige sind besser, andere auch schlechter als das von Vanir.

  8. Blood Sacrifice
    Das erste Musikvideo von Vanir wurde zu diesem Lied gedreht, auch so ziemlich das Highlight des Albums. Blutopfer für Odin!

  9. God Emperor
    Damit ist leider nicht Warhammer 40.000 gemeint, sondern der Imperator von Rom, der sich selbst zum Gott erklärt hat und mit seiner Dekadenz und Wahnsinn das Reich verpestet.
    Zum Schluss wird noch einmal richtig Gas gegeben!

Fazit:
Ich muss sagen, ein wenig Enttäuscht bin ich schon, da The Glorious Dead musikalisch ziemlich Geradlinig daherkommt. Der Dudelsack ist nur noch im Hintergrund und zwischendurch zu hören, was bei den vorigen Alben einfach zu Vanir gehört hat!
Wer mehr Abwechslung will soll auf Onwards Into Battle wechseln.
Interessant wird das Ganze, wenn man sich für Geschichte Interessiert und mehr auf die Lyrics achtet.
Obwohl Kracher wie „By the Hammer they fall“ fehlen, bekommen die Ruhmreichen Toten 6 /10 Hämmer von mir!

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