The Heresy of Womenfield 09.07.2015 - von Simi Dörig

Eine kleine Tagträumerei von mir über das Hip Hop Open Air Frauenfeld, das ich vor 2 Jahren einmal aufs Blatt gebracht habe. Anfangs ein bisschen SCI-FI lastig aber das Beste kommt ja immer zum Schluss!

THE HERESY OF WOMENFIELD

Der Land Raider Crusader rumpelt über die Strasse, vorbei an den Flüchtlings-Strömen der Zivilisten, die versuchen von dem Schrecken zu fliehen.
Viele Blicken auf, verwundert, geschunden, dreckig und doch sehe ich in so machen Augen etwas wie Hoffnung und Ehrfurcht aufblitzen, als sie die schwarz gepanzerte Fahrzeugkolonne erblicken.
Die Engel des Todes sind gekommen, der Imperator hat seine mächtigsten Krieger in den Kampf geschickt, um diesem Albtraum ein Ende zu bereiten!
Ich lasse mich wieder in das Innere des Fahrzeugs fallen und schliesse die Kommandoluke über mir, meine Waffenbrüder sind Still und in ihre Schlachtgebete vertieft. Nur das leise Gemurmel ihrer Schwüre und kurze Überprüfungen der Waffen sind, neben dem dauernden Dröhnen und Gerumpel des schweren Panzers, zu hören. Ich gehe meinen eigenen Gedanken nach, erinnere mich noch einmal die Einsatzbesprechung an Bord unseres Schlachtschiffes, wie diese Welt an die Mächte des Verderbens fallen konnte und was unser Ziel war: Die kompromisslose Läuterung dieses Systems!

Alles begann vor ein paar Wochen als es wiedermal einen Aufstand von Slaanesh-Kultisten gab, in dem dekadenten und vom Licht des Imperators verlassenen Subsektor Thugau keine Seltenheit, da der Chaos Gottder Ausschweifungen, Perversität und Ekstase hier leichtes Spiel hat…
Doch dieses Mal konnten die Arbites die Lage nicht unter Kontrolle bringen, sogar die lokalen Planetaren Verteidigungs Streitkräfte waren schon infiltriert oder vernichtet worden.
Zugezogene Regimenter der Imperialen Armee konnten einen grösseren Ausbruch verhindern, doch auf der Hauptwelt Womenfield waren sie Hoffnungslos unterlegen.

Geborgene Soldaten waren dem Wahnsinn verfallen, stammelten von gleichzeitig liebreizenden wie auch obszönen Frauen mit Scherenhänden, die ihre Opfer befriedigten, bevor sie sie beim Höhepunkt auseinander rissen und ihre Seelen verschlangen.
Doch die schlimmsten von allen waren riesige, in violette Rüstungen gehüllte Krieger mit Waffen, die solchen Lärm ausstiessen, dass jedem normalen Menschen das Trommelfell platzte und sein Gehirn gekocht wurde.
Der herbeigezogene Inquisitor verhörte diese geschundenen, fast nicht mehr menschlichen Opfer und gewährte ihnen den Frieden des Imperators. Nach genauer Untersuchung kam er zu dem Schluss, dass es sich bei den Invasoren nur um Verräter Astartes handeln konnte:
Genauer gesagt um Noise Marines der Emperor's Children, die vor 10‘000 Jahren Verrat an ihren Astartes Brüdern begangen und sich Slaanesh, dem jüngsten der dunklen Chaos Götter, verschieben hatten. So wurde ein heiliger Kreuzzug Dorns nach Womenfield gerufen, die Black Templars waren gekommen um diese Ketzerei zu tilgen!!

Beim Gedanken an einen so uralten und verhassten Feind steigt Zorn in mir auf und meine Gedanken kommen wieder in das hier und jetzt zurück.
Der Lärm des Krieges ist mittlerweile über das Dröhnen des Land Raiders hinweg zu hören und für mein verbessertes Space Marine Gehör, auch ab und zu eine Schallwaffe der Verräter Marines oder das Kreischen der Dämonetten.

Noch 60sec bis zum Zielort meldete der Fahrer und die Geschütze der Kolonne eröffnen wie aufs Stichwort das Feuer!
Die Wut schwallte mittlerweile in meinem Leib auf und treibt das Adrenalin sowie andere Kampfstimulanzien in die meinen genverstärkten Körper.
Doch dieses Gefühl war anders als die hirnlose Raserei der Orks oder Khrone Berserker, auch nicht mit der Blutdurst der Space Wolfs oder Blood Angels zu vergleichen.
Wir sind die Gruppe von Dorn, die Engel des Todes die schon den Imperialen Palast zur Zeiten des grossen Bruderkriegs verteidigt haben und seitdem sind wir auf seinem ewig währenden Kreuzzug, um mit dem rechtschaffenen Zorn des Imperators die Feinde der Menschheit zu zerschmettern!

Der Kampf um Womenfield hat gerade erst begonnen, als sich die Sturmrampe mit einem Donnern herunterklappt und die Kultisten davor zerquetscht werden, als sie in ihrem Wahn versucht hatten, sich einen weg hinein zu bahnen.
Hätten sie es auch versucht, wenn sie gewusst hätten, welche Vergeltung sich darin verbirgt?
Ich bezweifle es, denn Logik und Verstand ist das erste, das bei den niederen Marionetten der Chaos Götter ausgelöscht wird.
Wie es meinem Vorrecht als Ordenspriester gebührt, stürme ich als erster aus dem heiligen Schützenpanzer um mich direkt in das dickste Schlachtgetümmel zu werfen.
Mit hoch erhobenem Crozius Arcanum und einem Schlachtruf, der aus meinem Totenkopf Helm dröhnt und durch Mark und Bein der sterblichen Soldaten dringt, stürme ich dem verhassten Erzfeind entgegen.

„KEIN MITLEID, KEINE GNADE! KEINE FURCHT!“

Beim Anblick der Emperor's Children und ihren Dämonen-Schosshündchen beschleunige ich zum Sturmangriff, den gesegneten Streitkolben meines rechtschaffenen Zorns zum Schlag erhoben und die Bolt-Pistole auf den ersten, hübschen Dämonetten-Kopf gerichtet, als sich der Schlagbolzen im inneren gegen die panzerbrechende, massereaktive Patrone hämmert…

Ein Rucken reisst mich aus meinen Gedanken, der Bus ist angekommen…
Die Türen öffnen sich, der Bahnhof ist bereits verdreckt und mit sonderbaren Gestalten überfüllt, die mich abschätzend anschauen und dumme Bemerkungen in meine Richtung machen.
Mir ist das egal, ich habe meinen MP3 Player mit dem ich so Laut With Oden on Our Side höre, dass ich diese Ketzerei nicht mitbekomme.
Zum Glück habe ich das Proviantbier von Zuhause mitgenommen, alle Shops sind total vollgestopft mit pöbelnden und lärmenden Typen und unter diese Wesen will ich nicht gehen.
Ich mache also mein Bier auf und bewege mich Richtung Bahngleis, dass mich von hier wegbringen soll, wechsle dabei gleich noch auf das Lied von Amon Amarth - Vallhal Awaits und frage mich zum hundertsten Mal, WELCHER IDIOT AUF DIE IDEE GEKOMMEN WAR, DAS GRÖSSTE HIP-HOP FESTIVAL EUROPAS IN MEINER GEGEN ZU PLATZIEREN!?!

Ich sollte wirklich endlich von hier weg ziehen und vielleicht nicht mehr so viele Warhammer 40.000 Bücher lesen…

*The Heresy of Womenfield *von Simon Dörig