Space Monkey - The Blackest Hole 12.06.2016 - von Julian

Kann Genrelosigkeit zum Konzept werden? Die Band Space Monkey aus Cleveland, Ohio hat mich überzeugt.

Ein bisschen seltsam finde ich sie schon, die mir zugestellte Pressebio. Doch lest selbst, was die Jungs betitelt haben. Die besten Aussagen der 5-köpfigen Truppe aus Cleveland, Ohio in den USA (aus der Mail, frei zitiert):


Wir haben keinen einheitlichen Stil.

…und machen Hybride aus verschiendenen Styles in einem Song…

Wir nehmen uns selbst nicht sehr ernst.

Wir wollen etwas frischen Wind in die Metal Community bringen.


Und doch war ich irgendwie gespannt, ob diese «Genrelosigkeit» dann auch tatsächlich gegeben ist. Und ich werde euch zeigen, dass die Jungs von Space Monkey diese Versprechen tatsächlich einhält und sich damit erfolgreich in meine Ohren zaubern.

Technisch ist das Album grundsätzlich ein echter Ohrenschmaus – die Musiker sind ausnahmslos sehr gut und auch die Produktion passt gut zum Gesamtsound – auch, wenn ich die Gitarren eine Note zu schwach empfinde. Nur eine Hand voll kleiner Unsauberkeiten trübt das sonst sehr gute Bild etwas. Diese sind aber kaum der Rede wert und vermutlich nur von Fans erkennbar, die sich wirklich sehr stark mit der Musik befassen.


Wie üblich meine Anspieltipps

Twisted Vision ist ein klarer Tipp für jeden Headbanger. Der Song ist hart, schnell und hat Parts, welche jeden Nacken zucken lassen. Das ist wirklich grosse Metalmanie!


Bei Manic (fünfter Song) merke ich plötzlich, dass ich die von Space Monkey selbst verordnete Genrelosigkeit total vergessen hatte. Die ersten vier Songs waren guter Thrash Metal, doch bei Manic klingen die Gitarren plötzlich ganz anders. Ist das etwa ein Fuzz? Geil! Ist da ein bluesiges Solo? Spätestens mit dem Einsetzen der Stimme weiss ich, dass ich einen spitzen Stoner-Song höre. Doch Moment – plötzlich gleitet der Song wieder in den Metalsound der anderen Songs über. Ich liebe es! In diesem Song sind die Genregrenzen tatsächlich nur noch schwammige Erinnerungen wert, denn man kann gar nicht anders, als es zu geniessen. Das ist grosse Kunst!


Direkt danach kommt mein persönlicher Tipp: Woeful Medina hat alles, was ein guter Rocksong braucht: Atmosphäre (die sich direkt beim ersten gepickten Riff einstellt), schnelle Nackenbrecher, harte Gitarren und die bisher härtesten Screams des Albums, die sich gleich darauf von einer klagenden Cleanstimme ablösen lassen. Hier wird gekonnt mit allen Tools des «Rocker-Werkzeugkastens» gespielt.


Mit The Internal Flame geht noch ein letztes Mal so richtig die Post ab. Auch dieser Song hat unglaubliche Emotion und heisse Licks zu bieten. Der Mix aus den Vocals ist hier meiner Ansicht nach am besten gelungen und die Gitarren reiten den präzisen Drumbeat direkt in eure Herzen.


Fazit:
Ob sich die Band ernst nimmt oder nicht kann ich nicht beurteilen – ich werde es ab sofort. Alle anderen oben genannten Aussagen erfüllen Space Monkey aber absolut. Harte Nackenbrecher, unkomplizierte Rockriffs und messerscharfe Licks paaren sich ohne in irgendeiner Weise aufdringlich zu wirken. Ich hätte mich noch ein bisschen mehr "Würze" und Volumen im Sound gewünscht - die Basis ist aber auf jeden Fall extrem vielversprechend. So, jetzt geniesse ich The Blackest Hole und ihr solltet den ‘Muricans auch mal eine Chance geben – es lohnt sich.

7/10 Weltraumaffen
Die Musik gibt’s zum Beispiel bei CDBaby.com.