Mr. Hurley & Die Pulveraffen - Plankrock 22.11.2014 - von Simi Dörig

Hat der Smutje einen Zitteraal ins Rum Fass getan? So hört sich nämlich die neue Remix-EP der Pulveraffen an!

Es gibt neues aus dem karibischen Osnabrück! Mr. Hurley und seine Crew haben sich gedacht, ein paar ihrer besten Songs mit Stromgitarre und Schlagzeug, neu aufzunehmen!
Dies ist ja nicht ihre erste EP, schon mit FeierFrei! habe sie, zusammen mit Die Pressgeng, eine Split-EP geliefert, die einfach nur zum (schlechter Wortwitz incoming) frei Feiern war.

In diesem Review werde ich zu einem Teil die Songs an sich bewerten, zudem auch einen Vergleich mit den Originalsongs ziehen. Die (…) nach dem Songnamen stammen nebenbei aus dem Booklet.

Intro
Rein Instrumental, Gitarre, Bass und Schlagzeug!
War ich schon zu besoffen und habe ich eine Motörhead CD erwischt?
Auf jeden Fall ein guter Einstieg!

Geissel der See (Pik-Ass-Version)
Das Original mit Video gibt es auf YouTube. Das Tempo wurde ein klein wenig angezogen, die härteren Klänge passen gut zum Lied. Der geniale Text wurde auch nicht verändert, Mr. Hurley wie er leibt und lebt!

Ode an die Lightning (Outspoken Version)
An eine Ode erinnert dieses Lied nicht mehr gross, anstatt eines gemächliches Intros, gibt es gleich volle Kanne auf die Mütze: Komm setz dich hin Matrose, Halts Maul und hör gut zu!
Hier bevorzuge ich die Melodie des Originals, doch auch der Text wurde verändert, wie sie es schon Live gerne machen.
So hat die Lightning aus 10‘000 Frauen halt mal nicht Witwen, sondern Mütter gemacht… besser als Live zu Männern…
Buckteeth Bannock kommt komplett zur Geltung und fühlt sich richtig wohl, mit Gitarre und Schlagzeug.

Die Legende von Daisy Jones (Rocky Horror Version)
Das einzig neue Lied der EP, Live schon gehört.
Wer mag schon nicht Horror Geschichten? Oder Liebes-Storys? (bei letzterem, naja)
Da dachte sich der gute Hurley: Packen wir doch beides zusammen!
Wer Davy Jones aus Fluch der Karibik kennt, weiss worauf man sich hier einlässt.
Der Song lässt einen wirklich schaudern, doch wenn es auf See nichts anderes gibt, kann man beim Liebesstündchen schon einmal über Schuppenhaut und Tentakeln hinwegschauen…

Blau wie das Meer (Sauviel Ampére Version)
Der Pulveraffen Klassiker, mittlerweile die dritte Version:
Die erste Version auf Affentheather war nicht schlecht, die bekannteste stammt vom Album Grog'n'Roll, wobei Snorre von Versengold mitgewirkt und das Ganze, auch ein Musikvideo bekommen hat!
Diejenige auf der Plankrock, liegt für mich zwischen der ersten und der zweiten Version.
Zwar ist es ein bisschen härter als die Grog'n'Roll, allerdings stört mich die Jamaika Einlage zwischendurch. Ich bleibe bei der Video Version!

Auf den Captain (Blues like the Sea Version)
Das einzige, was hier noch mit dem Original zu tun hat, ist der Text, alles andere wurde komplett verändert.
Wie der Name schon sagt, geht es hier richtig Blues like zu und her. Wem es gefällt, soll seinen Spass damit haben, meines ist es nicht.

Küss mich, ich hab' Skorbut (Tango Unchained Version)
Während das Originalvideo schon nach Tango klang, wird das ganze hier mit Rock ‘n Roll gekreuzt.
Konnte mit dem Original nicht viel anfangen. Der Text ist immer noch so eklig wie eh du je, der Sound dafür umso besser.
Wer jemals wissen wollte, was diese berüchtigte Seefahrer Krankheit an sich hat, soll hier gut zuhören, auch wenn man denkt, ohne Finger und Zähne, nichts abkriegen zu können.

Gold allein (Karibisches Sommermärchen Version)
Der Abschluss des Ganzen, lädt zum mitschunkeln ein. Ich fand das Original schon genial, hier wird es perfektioniert!
Ich Feier das Lied einfach nur, sogar das Ende wurde super abgeändert.
Mr. Hurley wird hier richtig sentimental, hiess es im Original noch, man solle das Gold ihnen in den Hut werfen, wird einem hier geraten, Karten für ihr Konzert zu kaufen.
Gelungener Abschluss einer guten EP! Da bekommt man richtig Durst… ehm Lust auf mehr!

Fazit:
Die Frage ist ja immer, Lohnt sich ein Remix? Lohnt es sich zu Experimentieren?
Es gab schon Bands, die haben in Wacken, aus Balladen eine Rockversion gemacht, also war ich skeptisch…
Im Fall der Pulveraffen: Ja, es war es Wert!
Wenige Songs kommen zwar schlechter rüber, doch mit den Gitarren und Schlagzeug Elementen, haben sie sicher den einen oder anderen DJ überzeugt, der zwar die Texte mochte, sich aber nicht getraut hat, etwas Folkiges zu spielen.
Auch das Booklet, die CD und alle Texte sind wiedermal liebevoll Gestaltet worden.
Egal ob alleine oder im Vergleich zu den Originalen, ich mag diese EP einfach nur:
Die Affen kriegen 8/10 Rumfässer von mir!

PS: Februar/März 2015 kommt das neue Album!

Homepage der Pulveraffen