Mortician - Mortician 09.10.2013 - von Knut van Knöterich

Der Ursprung von Heavy Metal im Vorarlberg... Habens die Jungs nach 30 Jahren immernoch drauf?

Mortician - Der Ursprung des Heavy/Thrash Metal im Vorarlberg!

Wir schreiben das Jahr 1983: Grosse Metalbands sind am Vormarsch! Judas Priest bringen 1982 ihr Album "Screaming for Vengeance" raus und sind im Dezember mit Iron Maiden, den Scorpions, Ozzy Osbourne und Def Leppard in der Westfahlenhalle in Dortmund an einem Grosskonzert beteiligt. Motörhead bringen ihr "Another Perfect Day" mit den Metalkrachern "Back at the funny farm" und "Marching off to war" raus... Ebenso war Brain Robertson raus aus der Band... Was fürn Loser! Iron Maiden bringen ihre Überscheibe "Piece of Mind" auf den Markt und bescheren mit "Revelations" und dem Megapornotitel "The Trooper" ziemlich jedem Metaller einen angenehmen Tinitus.

1983 tut sich aber auch Etwas bei unseren österreichischen Nachbarn. Genauer gesagt im grenznahen Vorarlberg! Ein paar wahnsinnige Jugendliche scheissen auf jegliche Popmusik, schnappen sich Instrumente und beginnen das, was man die erste Heavy Metal Band im Vorarlberg bezeichnen kann: Mortician!

Mortician gibt es nun seit über 30 Jahren... Mit einer "kleinen" Pause von 19 Jahren. Treibende Kräfte hinter Mortician waren und sind Thomas (Rhythm/Lead Guitar, Background Vocals) und Patrik (Bass, Background Vocals), die seit über 30 Jahren sehr gute Freunde sind. Die Bandformation wurde oft geändert, doch Thomas und Patrik blieben all die Jahre der Grundstein dieser Band. Neu dazu kamen noch Nagy (Drums) und Dani (Vocals) und die Band war wieder komplett und bereit, den Leuten zu beweisen, dass Heavy Metal keine Grenzen kennt!

Seit 2009 sind sie wieder da, haben zwei EP's und eine LP rausgebracht: "No War" EP von 1987, "No War & More" von 2009 und ihr erstes "grosses" Album "Mortician" von 2011. Und genau über die Letzte wird das Review geschrieben.

Mein Glas ist mit Vodka gefüllt, die Zigarette gedreht, die CD ist im Laufwerk und mein Laptop wird langsam immer wärmer auf meinem Schoss... Lassen wir die Scheibe rotieren!

  1. Change your behavior

Holy Shit! Was geht hier ab? Judas Priest Riffs dröhnen aus meinem Kopfhörer! Geniale Mischung von Sänger Dani zwischen hohen Kopfstimmtönen und schon fast Lemmy ebenbürtigem Gegrunze! Saubere, schnelle, dämonische Riffs, mal nach der Art von Judas Priest, dann wieder nach Slayer! Lockeres Ende des Songs mit geilem Double-Bass und Solo. Sehr knackiger Bass.... FUUUUUUUUUCK, EINFACH GEIL!

  1. Prepare for Death

Hier hört man wieder sehr viel Judas Priest raus. Super Wechsel zwischen den Schlagzeugtempi. Die Stimme von Dani macht krass was hin! BOOOAH! Der Refrain ist der Oberbringer!!! Geiler Einsatz des Crash, Trash oder wasauchimmer und dem Hi-Hat! Ich krieg richtig geile Gänsehaut, wenn Dani die hohen Töne anschneidet! Knackige, palm-muted Bridge! Der Refrain..... DER REFRAIN! Das böse "Prepare for Death" von Dani macht einem Angst. Rotzeschweinegeil!

  1. Reflection of your Soul

Ruhiger Start, gute Auswahl der Riffs. Ui! Whoa! Judas Priest all over your face! Wieder Lemmy-artiger Gesang. Geiler Pre-Chorus mit perversem Tempowechsel des Schlagzeugs. UND DANN DIESER SCHEISSEGEILER REFRAIN! Ich geh runter! Echt! Scheiss auf den Rest, ich leg den Laptop weg und Headbange mal ne Runde! So... Ui...Jetzt noch das Solo.... Gottverdammt! Man MUSS einfach nur Luftgitarre spielen! Ich wiederhole mich gerne: ROTZESCHWEINEGEIL!

  1. Mortician

Der Anfang erinnert mich sehr stark an Hells Bells von AC/DC. Ui! Ja, hier hört man sehr stark AC/DC raus. Und plötzlich wechselt es auf einen Judas Priest würdigen Riff und Tempo. Der Gesang wird wieder etwas rauher. Perfekter Einsatz des Ride beim Pre-Chorus. Der Refrain mit dem Mitgröhl "Mortician" kommt ein wenig unterpowert rüber, hauptverantwortlich ist dort das geschlossene Hi-Hat des Schlagzeugs. Dort würde ein offenes Hi-Hat oder ein Crash/Trash besser passen. Wieder geiles "Dazu muss ich Luftgitarre spielen" Solo von Thomas. Plötzlich setzt das Double-Bass des Schlagzeugs ein, extrem geil! Der letzte Refrain mit dem Double-Bass bringt einiges an Power mit! Solider Heavy Metal Song!

  1. Worship Metal

Das Intro erinnert an Judas Priest und Black Sabbath. Der Gesang von Dani hat etwas schon fast Flehendes in sich. Oooh, richtig geiler Mitgröhlrefrain! Das "Up! Up! Up the hammers!" mit der kratzigen, rauhen Stimme und das "Raise your fist and worship Metal" in dieser "flehenden" Stimmlage ist nicht eine Einladung zum Mitgröhlen und die Faust zum Himmel strecken, es ist ein beschissener Befehl!!! Der alleinige Bass im zweiten Verse...Boah! Gänsehautfeeling! Ein richtig geiles Solo zu einer extrem verrotzten und dreckigen Rhytmusgitarre! Das ist eine verdammte Ode an den Metal! Verdammt, ich hab Tränen in den Augen....

  1. Dead Beauty

Cleane Gitarre, erinnert sehr stark an "South of Heaven" von Slayer. BÄM! Und wieder ein sehr schneller Judas Priest artiger Riff! Klarer Gesang von Dani, genial! Der Refrain kam wie aus dem Nichts! Krasser Wechsel von Dani zwischen rauhem und klarem Gesang! Boah... Der Refrain bläst mich schier von meiner Couch! Wieder dieser fast flehende Gesang von Dani nach dem Refrain. Man hört hier eine ziemlich heftige Geschichte aus diesem Song raus. Richtig extrem dreckiges Solo von Thomas! Boah... Gänsehaut.... Dieser Song hat so viel Tiefgang.... Einfach nur krass!

  1. No Light

Okay, lautes Drum am Anfang, noch lautere Gitarre kommt dazu! Erinnert wieder sehr stark an einen Song von Judas Priest's "Painkiller" Album. Der dämonisch-böse Gesang von Dani macht einem echt Angst! Der Refrain kommt wieder aus dem Nichts! Thomas vergewaltigt seine Gitarre mit einem ohrenbetäubenden Solo! Himmelarsch! Die ausklingende Gitarre im Refrain, dazu das kratzige "No Light" von Dani, boah! Holy Shit! Der Schluss fickt einem das Gehirn sprichwörtlich weg!! Verdammt!

  1. Speed Addict

Motorengeräusche.... Böse "Painkiller" Riffs gemischt mit Thrash Metal E-Saite Geklotze! Sehr sehr sehr geiler Thrash Metal Refrain! Das Ride nach dem Refrain geht fast unter bei so vielem Gethrashe. Boah! Ein verdammtes Slayer Riff! Was zur Hölle hab ich für eine geile Scheibe nur eingelegt?! I'm an addict! Speed Speed Addict! I'm a speed speed addict! FUUUUUUUUUUUUUUCK!!!!! Thrash FUCKING Metal!!!!!

Die letzten drei Songs sind Live-Aufnahmen vom Keep it True 2010.

  1. Street Warrior

Ein alter Song von Mortician! Aaaaah, das erfreut wiedermal den Judas Priest Fan! Und plötzlich wird die Scheisse schnell! Und wieder langsam! Die Jungs wissen, wie man geile Tempiwechsel veranstaltet! Der Gesang von Dani hält auch live, was er auf den Studioaufnahmen verspricht! Und der geniale Mitgröhlpart "Street Street Warrior" passt perfekt! Das Solo ist ultrageil gespielt, jedoch bemerkt man, dass eine Rhytmusgitarre fehlt. Jawohl! DAS ist Heavy Metal! Der Schluss bläst mich weg! Geil!

  1. No War

"Mir sind Mortician aus Österreich!" Bäm! DAS Lied von Mortician beginnt mit einem Solo von Thomas. Schnelle, palm-muted Riffs! Hoher Gesang von Dani, hört sich an, als ob man Helloween mit Judas Priest kreuzen würde, ein wenig gewöhnungsbedürftig! Der Refrain rotzt richtig geil, das "No War" fühlt sich an wie eine richtig grosse Faust in die Fresse! Nach ca. 3:30min hört sich der Song an, als ob er aufhören würde, doch er geht weiter mit palm-muted Geklotze seitens Thomas und dann wieder Soloeinlagen von ihm! Der Song geht noch weiter! Jeez! Über 6 Minuten!

  1. Sacrifice Of Sin

Judas Priest...Painkiller.... Die Jungs haben sicherlich sehr viel Inspiration von dem Album geholt! Ist nicht negativ gemeint! Schwöre! Knackige Riffs! Beinahe Screaming von Dani, dazu wieder das rauhe, tiefe seiner Stimme perfekt eingesetzt. Die Strophe hört sich an wie der Refrain von "No War". Im Refrain trifft ein rauhes "Sacrifice of Sin" von Thomas auf den krächzenden Gesang von Dani. BOAH! Double-Bass, Thrash Metal artiges Geshredde, Blastbeats! Erinnert sehr stark an "Whiplash" von Metallica! Jaaa, DAS ist verdammt nochmal Musik! Kurze Pause, Mitmach-"Hey hey hey"!, danach eine Strophe und dann ein pornöses Solo von Thomas! Holy Moly! Am Schluss nochmals ein Refrain mit abschliessendem Double-Bass Part!

So...Mein Genick schmerzt, meine Ohren bluten, Zeit für das Resümee:

Ganz ehrlich gesagt? Jede Plattenfirma, die diese Jungs abgelehnt hat, ist blöd! Gut, ich kenne nicht alle ihre alten Songs, aber DAS, was sie auf dieser Platte bieten, hat ganz sicherlich einen Platz auf den grossen Bühnen der Metal Openairs verdient. Heavy Metal / Thrash Metal auf allerhöchstem Niveau! Die Songs sind abwechslungsreich, die Aufnahmen perfekt abgemischt, alles passt einfach zusammen. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist der Gesang von Sänger Dani, teilweise versucht er zu sehr sich an Motörhead, Helloween oder Metallica anzulehnen. Ich für meinen Teil bin begeistert von seinem Gesang, da ich vorher kaum eine solche Mischung gehört habe.

Wem Judas Priest's "Painkiller" gefällt, wird dieses Platte mit Sicherheit begatten wollen oder besser gesagt müssen! ABSOLUTE EMPFEHLUNG!

Wer sich selber ein Bild von den Songs machen will, soll auf die Homepage von Mortician gehen. Dort auf "Disco" und dann kann man sich die Songs anhören. Ich empfehle es euch wärmstens!

http://www.mortician.at/
https://www.facebook.com/pages/Mortician-Austria/167503769944557?fref=ts