Mobilität 03.10.2013 - von Roman Kurtz

100.- CHF für Vignette, ÖV Tickets immer teurer, trotzdem weniger Platz auf der Strasse und im Zug.

ÖVler wettern gegen “Scheiss auf die Umwelt” Autofahrer. Die MIVler wiederum wettern gegen die ÖV Ökos und Velofahrer kann sowieso keiner leiden.

Zur Einleitung einige Überschriften von vergangenen Medienberichten:

  • Ferienverkehr staut sich 13 Kilometer am Gotthard

  • Ausbau Nordumfahrung Gubrist-Ausbau gerät ins Stocken

  • "Sitzmuster des Todes" So hässlich ist der ÖV

  • Kosten für ÖV-Benutzer steigen stärker als für Autolenker

  • Die 100-Franken-Vignette kommt vors Volk

  • Basler Velofahrer dürfen bei Rot rechts abbiegen

Ob MIV, ÖV oder transatlantische U-Boot-Freunde, die persönliche Mobilität wird für die moderne Gesellschaft zum Problem. Für einem selbst wird es einfach immer teurer, damit die Politik sagen kann, wir tun Was. Auswirkungen im positiven Sinne merkt man weder bei der Bahn noch auf der Strasse. Die SBB machen sowieso den Eindruck, als würde alles super funktionieren wenn nur diese doofen Passagiere nicht wären. Beim Strassenverkehr macht man sich die Mühe der Funktions-Heuchelei gar nicht mehr und verteufelt Ihn von Vornherein als umweltverschmutzend, ineffizient und irgendwie überflüssig.

Aufgrund des allgemein negativ behafteten Begriffs “Strassenverkehr”, wird auf einen umfangreichen Ausbau des Nationalen Netzes gänzlich verzichtet, oder wenn nicht anders möglich gebremst, blockiert und hingehalten. Eine dringend nötige zweite Gotthard-Strassenröhre wird von Links bis Rechts mit willkürlichen Argumenten nieder gemacht. Bereits beim politischen Prozess der Meinungsfindung werden ideologische Werte über die rationale Argumentation gestellt. Meine Damen und Herren, liebe Politiker, seit Ihr eigentlich alle total weich in der Rübe oder haben euch die Abgase von Bundesbern das Hirn vernebelt?

Wie wahrscheinlich ist es, dass in den nächsten 50 Jahren eine Lösung gefunden wird, die eine zweite Gotthardröhre unbrauchbar machen würde? Sehr, sehr, nein wirklich immens unwahrscheinlich. Ich höre oft den “Spruch” vom verantwortlichen, nachhaltigen Denken, für unsere Kinder und kindes Kinder. Darum keine zweite Gotthardröhre? Bullshit.

Es ist doch durchaus wahrscheinlicher, dass ein Auto-Ähnliches Transportmittel, welches völlig Klimaneutral betrieben wird, marktreife erlangt, als dass sich plötzlich ein Wurmloch zwischen Göschenen und Airolo manifestiert. Wäre es also nicht wesentlich nachhaltiger, den jetzt schon dringen benötigten Strassentunnel zu bauen? Wir werden an den Punkt der Entwicklung gelangen, technisch wie auch politisch, an welchem wir Klimaneutral unterwegs sein werden, wenn dann die Strassen Infrastruktur immer noch den Status Quo hat, wären 13 Kilometer Stau direkt angenehm.

Warum sitzen im Parlament teils Idioten, welche Sachen von sich geben wie “Wir müssen auch auf Morgen schauen, nicht nur für Heute”, dann aber politisieren als würden Sie genau bis Sitzungsende schauen? Volksvertreter die unter “vorausdenken” nur Ferienplanung verstehen, haben nicht nur in Bundesbern nichts verloren, nein auch an der Urne für Herrn und Frau Schweizer sollte für Ihre Stimmzettel ein Schredder montiert werden.

Scheiss auf den MIV, ÖV heisst die Zukunft. Danke. Als Vertreter der Grünen kann ich dem unmöglich Zustimmen. Immer mehr ÖV bedeutet immermehr Gleise, immer mehr Stromverbrauch, immer mehr Graue Energie zur Herstellung der “umweltfreundlichen” Maschinerie. Auch für Züge werden Tunnels benötigt und das durchbohren von Bergen ist eines Menschen unwürdig.

Nein ich bin kein Vertreter der Grünen und ja ich könnte Kotzen wenn ich solchen Schwachsinn lese. Versteht mich nicht falsch, sinnvoll und abgeklärt auf die Umwelt zu achten ist auf jedenfall loben- und wünschenswert. Irrational und ideologisch als Ökoterrorist den Fortschritt behindern ist gefährlich und da liegt mein Problem.

Ich habe keine Lösung für das Problem im Angebot, wer hat dies schon?

Das einzige was ich als Bürger verlangen kann ist subjektive objektivität. Haahaa, also anders, ich weiss das es objektivität als solches nicht gibt, aber sobald Ideologie, Glaube oder Bestechung zu einem politischen Entscheid führen, kann ich diesen (auch wenn er per Zufall in meinem Sinne sein sollte) nicht vertreten.

Würde man die Argumente der Mobilitätsverhinderer zu Ende denken, hätte dies die Konsequenz, dass das “Recht auf Mobilität” eingeschränkt werden müsste. Also eine politische Lösung muss her. Hier kommt der Plan:

Alle Arbeitslosen haben kein Recht mehr sich frei zu bewegen, sie werden in staatlich finanzierten Heimen unter einem Dach mit dem RAV, den Asylbewerben und diversen Verwaltungsstellen gehalten.

Wer arbeitet, hat ein (Teil) Recht auf Mobilität. Wochenende als solches wird abgeschafft, so dass 7 Tage effizient unter ÖV und Autobenützer aufgeteilt werden können. Schichtarbeit ist an der Tagesordnung und so wird täglich eine elektronisch überwachte Lizenz zur freien Bewegung ausgestellt. So kann staatlich kontrolliert werden, wer wann im Zug oder auf der Strasse unterwegs ist. Kommt es zum Stau, sind illegale Mobilitätsfanatiker am Werk, den die braven Bürger sind nur noch dann unterwegs, wenn der Staat das will. Utopische Gedanken, so kann der Umwelt geholfen und die Menschheit vor sich selbst gerettet werden. 1984 zum Grusse, ein Teleschirm ist Heute gar nicht mehr notwendig. Da kommt einem nun wirklich das Dessertbuffet vom 13. Geburtstag wieder hochgeschossen. Natürlich gibt es auch hier früher oder später:

Revolution.

Als Trotzreaktion werden 18-Spurige, 4-Stöckige Autobahnen gebaut, anstelle von Tunnels werden Berge komplett weggesprengt und VW offeriert jedem zwei bis drei Fahrzeuge um die Freiheit zu geniessen... kein Deut besser aber die Geschichte zeigt uns wie soetwas läuft.

Unterm Strich:

Infrastruktur Ausbauen ist IMMER Vorteilhaft, wenn es die Technologie zulässt, kann die gebaute Infrastruktur umgenutzt werden und dies sofort.

Denken bis Morgen ist gewünscht, bis Übermorgen und es wird mühsam und wenn man das Szenario ganz zu ende Denkt, endet die Erde sowieso mit der Supernova unserer Sonne, also “Nichts ist für die Ewigkeit”.

Offene Frage zum Schluss: Es ist bekannt, dass das Erdöl ausgehen wird. Warum versucht man also das Öl zu sparen und wirft der Wirtschaft vor, Alternativen würden vom Markt gedrängt? Warum gibts den Liter Benzin nicht einfach für -.30 Rappen und man verschleudert dass Erdöl schnellst möglich, so dass die Wirtschaft dazu gezwungen wird, nach Alternativen zu forschen und diese auch zu subventionieren? So würde auch die freie Marktwirtschaft wieder ohne staatlichen Eingriff funktionieren.

Mobilität - Nein keine Smartphones von R. Kurtz

(21.08.13)