Masters of Rock Review 26.07.2013 - von Roman Kurtz

Das Live Review von Kurtz und Ozzy zum MoR in Tschechien!

Kurtz:



Das Masters of Rock war ein Festival, eben so wie es sein sollte. Atmosphäre, Line Up und das Drumherum alles genial.

Wir kamen am Mittwoch Morgen in Vizovice an und hatten rund 1000 Kilometer Autofahrt in den Knochen. Noch eine Runde auf dem Campground gedreht und es war geschafft, gleich im ersten Anlauf trafen wir auf unsere alten Bekannten vom MoR 2011, neben Ihrem Camper positionierten wir sogleich unser Gefährt. Am ersten Tag standen noch keine Bands auf dem Programm, so konnten wir in ruhe unsere Zelte aufbauen, unseren Pavillion ebenso und daran natürlich unsere grosse Schweizer Flagge befestigen.

Das Zeltaufbauen ist auf dem Campingareal eine architektonische, sowie statische Herausforderung, da das einschlagen von Heringen gänzlich unmöglich ist. Mit nahegelgenen Steinen und Holzprügel gelang dies schliesslich doch den meisten, nur ich war nicht fähig und montierte mein Zelt daher am Auto, Problem gelöst, erst mal einen saufen.

Das war dann auch die Hauptbeschäftigung während des ersten Tages, mit unseren Deutschen Nachbarn und einigen Tschechen wurde das MoR gebührend eröffnet.



Am Donnerstag startete das Masters of Rock 2013 dann offiziell, mit Primal Fear und Grave Digger standen zwei geile Bands an, welche uns dazu veranlassten, erste Erfahrungen auf dem Festivalgelände zu sammeln. Das absolute Highlight waren für mich aber Accept, welche zu fortgeschrittener Stunde das erste mal Alle aus der Reserve lockte. Mark Tornillo stellte abermals klar, dass Accept auch ohne Udo funktionieren und mit den neuen Alben sogar noch geiler rocken als vorher. Die alten Klassiker wie Metal Heart oder Balls to the Wall wurden natürlich auch von Mark interpretiert und dies gelang auch fein säuberlich.



Ich hoffe über den Freitag kann Ozzy mehr berichten, für mich war das die Erfahrung mit dem tschechischen Slivovice von unseren tschechischen Freunden. Aber auch darüber kann ich gerne berichten, soweit dies möglich ist. Auffällig am Trinkverhalten ist, dass ein schnellerer Rhytmus bei starchen Klaren angesetzt wird als in der Schweiz oder in Deutschland, ebenfalls scheint eine gänzliche Immunität gegen das brennen im Hals vorzuherrschen, weshalb sich die anwesende Gesellschaft köstlich über meine dysfunktionale Atmung amüsierte, nach dem ich ein Shot gekippt hatte. Der Rhytmus zog an und die Flasche wurde leichter, ebenso meine Hirnaktivität, welche sich feuchtfröhlich dem unbewussten hingab. Ich wollte eigentlich zu Rage an jenem Freitag, dies gelang aufgrund von koordinativen Störungen nicht mehr. Erst nach Rage erwachte ich im Deutschen Camp wieder, an dem Punkt gab es natürlch erst mal ein bayrisches Bier offeriert, wie sollte ich dazu nein sagen. Geendet hat der Freitag (Samstag Morgen) mit einer Runde Captain, oh Captain und da habe ich mir die letzten 12 Stunden noch einmal gemächlich durch den Kopf gehen lassen. Professionell? Nein, ganz sicher nicht. Unterhaltsam? Teilweise. Würde ich etwas anders machen? Auf keinen Fall, auch diese Erfahrung gehört zum Portfolio und alles in allem war es ein gelungener Festivaltag.



Der Samstag war einer dieser Samstage an denen man sofort beim Blauen Kreuz unterschreiben würde. Kein Bier und kein Schnaps sollten Heute meine Kehle herunter. Beim Festivalgelände war allerdings eine super Cocktailbar installiert und zum einen oder anderen Pina Colada reichte es dann doch. Insbesondere zu Lordi musste das schon sein, denn am Anfang war der Sound grauenhaft bis unaushaltbar. Ab dem dritten Song schien dann alles regulär zu laufen, aber dennoch vermochten Lordi nicht restlos zu überzeugen. Bei Yngwie Malmsteen war nach 15 Minuten alles gesehen, ein verdammt geiler Gitarrist der es wirklich drauf hat, aber irgendwie nicht mitreissend oder fesselnd. Ich kann nichts negatives schreiben aber doch war es nicht das Spektakel, was ich erwartete hatte.



Der Sonntag startete dann wesentlich besser und auch das Formular vom Blauen Kreuz konnte ich getrost verreissen (wenn es denn eines gegeben hätte). Die Bierlaune kehrte zurück, aber mit Shots und insbesondere Slivovice konnte ich nichts mehr anfangen.

Absolut grossartig als Festivalabschluss, Avantasia, mit einem sichtlich gut gelaunten Tobias Sammet und seinem aktuellen Team. Für mich besonders schön zu sehen, Michael Kiske und Thomas Rettke auf der selben Bühne. Ein drei Stunden Set wurde angekündigt und mit all dem durchaus unterhaltsamen Gelaber von Tobias auch vollends erfüllt. So wurde ich Glücklich in den Festivalfeierabend entlassen.



Für mich von der Atmosphäre her DAS Festivalhighlight überhaupt. Das Line Up in 2011 mit Twisted Sister, Helloween, HammerFall oder Airbourne, war für mich um einiges stärker, aber trotz oder eben wegen dem war das Masters of Rock 2013 auch ein voller Erfolg. Die Organisation grösstenteils reibungslos, die Leute immer gut drauf, Kriminalität ist mir keine aufgefallen und die Tschechische Polizei zeigt Präsenz, jedoch freundlich und unterhaltsam, kein Vergleich zu einem Polizeiaufgebot der Stapo Zürich. Sogar über Ihre Schusswaffen konnte man sich kurzweilig unterhalten. Unterm Strich, Jedem und Jeder für nächstes Jahr zu empfehlen! - Kurtz aus.

 OzzY:



Am Freitag Standen doch einige geile Bands wie Elvenking und The 69 Eyes auf dem Programm. Doch da ich mich so köstlich über den Herr Kurtz amüsiert habe und natürlich auch ein bisschen mitfeierte, habe ich es nur zu einer Band geschafft. Und zwar zu Rage & Lingua Mortis Orchester. Und ehrlichgesagt es war brillant. Die Zusammenarbeit der Band mit dem Orchester war grossartig und so konnten sie mal wieder überzeugen. Wer das bis jetzt noch nicht gesehen hat, sollte sich für WOA definitiv Rage antun. 



Auch mir ging es am Samstag nicht viel besser als Kurtz. Ich habe mich zwar beim Slivovice zurückgehalten, doch nach Rage lernte ich auf dem Rückweg Österreicher kennen. Dummerweise hatten die noch Slowakische Freunde, die auch ihr Selbstgebranntes dabei hatten. Doch da ich Lordi erst einmal gesehen hatte und ich eine geile Bühnenshow in Erinnerung hatte, raffte ich mich zusammen mit Kurtz auf und wir gingen Richtung Bühne. Lordi hatte aufgrund von Technischen Probleme schon Verspätung und der Anfang hörte sich echt scheusslich an. Doch nach den ersten Liedern wurden diese offenbar gelöst und es hörte sich schliesslich normal an. Die Show zeigte viel Witz und Rockte auch genau so wie man es von Ihnen erwartete. Da auf der Bühne zwischendurch mal Hella (Keyboard) kaputt ging und ein Techniker sie während dem Solo reparieren musste oder der Herr Putaansuu den Titel "Mr. Lordi" und eine hübsche Schärpe bekam, musste ich auch immer wieder Lachen. Weiter ging es mit Yngwie Malmsteen und auch der hatte wieder schwere Technische Probleme. Wie eine Verstimmte Gitarre oder einfach gar keinen Ton. Auch eine Rückkopplung musste zwischen durch mal sein. Ich habe mich in meinem Leben noch nie so über einen Techniker amüsiert wie an diesem Konzert. Den der rannte echt nur noch in der Gegend rum. Aber auch hier war nach dem zweitem Lied wieder alles in Ordnung und man konnte Yngwie geniessen. Allerdings ist er halt nur ein Gitarrist und man hat tatsächlich nach 15 minuten schon alles gesehen. Hier schliesse ich mich ganz klar der Meinung von Kurtz an.



Während Kurtz Sonntags noch am aufstehen war und gerade sein erstes Bier trank, verschlug es mich bereits vor die Bühne um Emergency Gate zu sehen. Und es hatte sich definitiv gelohnt. Sowohl die Bühnenpräsenz als auch der Sound waren ab Anfang genial. Das Publikum, klein aber fein, hatte die perfekte Stimmung um die deutsche Band in Tschechien willkommen zu heissen. Zum ersten mal am MoR sah ich auch einen Circle Pit und eine Wall of Death. Alles in Allem einfach ein wunderbares Konzert um den Tag zu starten. Und auch hier sage ich nochmal: Wer sie noch nie gesehen hat, hat am WOA die Gelegenheit dazu. Hoffe man sieht sich dann da und steht in der Wall of Death mir gegenüber.



Das Masters of Rock ist für mich eines der besten und geilsten Festivals überhaupt. Das Line Up fand ich top, alle Leute sind extrem freundlich und freuen sich immer, wenn man sagt, dass man aus der Schweiz kommt. Neben dem günstigen Preisen gefällt mir am MoR in erster Linie das Flair. Der Campingplatz ist auf einem Sägewerkareal und gleich neben dem Festivalgelände ist der Bahnhof. Zirka stündlich hörte man das Hupen des Zuges, der gerne mal durchfahren will aber nicht durchkommt, weil einfach alle über die Gleise laufen. Solche Sachen findet man weder in der Schweiz noch in Deutschland und das macht das ganze so spannend. Das einzige Manko am Festival waren, dass es zu wenig ToiToi's hatte die verteilt waren. Es waren zwar nicht zu wenige WC's aber man musste manchmal ewig laufen bis man eins gefunden hatte. Aber auch das hat nicht wirklich gestört. In diesem Sinne: Geiles Festival! Ich werde wieder da sein. Hoffe ihr auch! - OzzY Ende!