Knut's Kirchenaustrittsbrief 02.09.2014 - von Knut van Knöterich

Stellt euch vor: Ihr seid ich und wollt aus der Kirche austreten. Hört sich einfach an, nicht? Aber warum einfach wenn man es auch F A B U L O U S gestalten kann!

Viele kennen meinen Kirchenaustrittsbrief, haben sogar das Original gesehen oder mich gehört ihn vorlesen. Nun endlich ist es soweit: Er wird nun veröffentlicht! Fun Fact:
Es benötigt eigentlich nur die ersten beiden Sätze, und sie Sache wäre gegessen... Aber ihr kennt mich....

Das Copyright liegt beim Verfasser. Have fun, bastards!

Kirchenaustritt

Sehr geehrte Frau XXX

Ich möchte per sofort aus der evangelischen Landeskirche austreten. Bitte bestätigen Sie mir schriftlich die Kenntnisnahme des Kirchenaustritts, sowie die Löschung der persönlichen Daten aus Taufregister, Konfirmation und Ähnlichem. Die Tatsache, dass ich Kirchensteuer zahlen muss, obwohl ich nie freiwillig in eine Kirche gehen würde, geschweige denn in der Lage wäre, die Eintrittspforte zu überschreiten, ist für mich einer der Hauptgründe. Zudem kann es nicht sein, dass Gott will, dass ich an einem Sonntag Morgen in die Kirche an einen Gottesdienst gehen muss, wenn ich einen Riesenkater habe. Ich hätte es auch nicht gerne, wenn am Sonntag Morgen irgendein immer noch betrunkener Metaller in meine Hütte sitzt und plötzlich anfängt wie ein kaputter Hydrant zu reiern! Allerdings muss ich sagen, dass mir die evangelische Kirche immer besser gefallen hat als die Katholische. All dieser pompöse Scheiss in der katholischen Kirche mit ihren mit Blattgold überzogenen, hölzernen und vor allem überaus hässlichen Figuren sieht eher aus wie ein Mötley Crüe Konzert aus den 80ern als nach serious Business. Bei der evangelischen Kirche besinnt man sich auf das Wesentliche im Glauben, was durchaus unterstützbar wäre. Aber für rund 200 Franken kann ich mir ein Ticket für Motörhead kaufen, die Reisespesen zahlen, ein endgeiles T-Shirt kaufen und mir einen richtig hässlichen Suff aufladen. Und ich schreie lieber am Samstag Abend betrunken "Ace of Spades" als mit einem Kater am Sonntag Morgen "Halleluja, Halleluja" mehr oder weniger richtig zu krächzen und dabei noch aufpassen muss, dass ich die sehr wahrscheinlich ältere Person vor mir nicht noch mit meinem Mageninhalt zukleistere. Wahrscheinlich haben Sie jetzt ein völlig verzerrtes Bild von mir. Verständlich. Aber glauben Sie mir: Ich zahle meine Steuern, habe einen anständigen Job und mein Alkoholkonsum ist bei Weitem nicht so schlimm wie es sich anhört. An Wochenenden ist er noch schlimmer. Ach wissen Sie, ich könnte hier noch meterweise Text schreiben, aber das bringt doch nix, oder? Darum würd ich jetzt mal sagen, ich mach hier mal einen Schlussstrich. Jetzt holen Sie sich eine gute Tasse Kaffee oder ein Glas Wein oder ne Buddel'o'Rum, setzen sich gemüselich hin, schreiben Sie mir doch ein Briefchen zurück und amüsieren Sie sich! Dieser formelle Bullshit ist eh zum Kotzen, absolut nicht persönlich. Warum müssen Briefe immer so hochgestochen sein? Bei meiner Post sind eh meistens nur Rechnungen drin und die sind immer alles andere als zum Lachen! Bringen Sie mich zum Grinsen mit Ihrem Brief. Am Anfang das formelle Zeugs und dann hauen Sie in die Tasten, verdammt!

Trotz allem wünsche ich Ihnen einen schönen Tag und falls wir uns mal begegnen, zahl ich eine Flasche Wein und wir stossen an auf Ihren Glauben, meinen Heavy Metal und den Unterhaltungswert der Dummheit der gesamten Menschheit!

Freundliche Grüsse
Knut van Knöterich