Ganaim - Ceol 24.07.2015 - von Simi Dörig

Es müssen nicht immer Sauflieder oder adrenalingeladene Songs sein, auch das ruhiges und entspannendes hat seinen Reiz, was uns Ganaim mit ihrem Celtic Folk nur allzu gut beweist.

Pinto von Frohsinn, bekannt aus Versengold, hat ein Soloprojekt gegründet:
Wer jetzt Richtung Snorre und Knasterbart denkt, liegt ganz falsch denn Pinto geht in die andere Richtung, ruhig, melodisch und einfach nur gemütlich.

Entstanden ist das Projekt, weil Pinto schon länger mit dem Gedanken spielte, neben VG auch seiner anderen Musikleidenschaft nachzugehen, dem Celtic Folk und dazu hat er sich noch Saskia an Bord geholt.
Der Hauptgesang geht auf Pintos kosten, dazu spielt er noch Gitarre und Bodhrán und weitere Instrumente, wobei sich Saskia auf die Geige konzentriert und ab und zu den Background Gesang übernimmt.
Zudem werden sie auf dem Album noch von diversen weiteren Künstlern und Instrumenten unterstützt.
Ceol ón Mhuileann ist ihr Debüt Album und Pinto das alte Schlitzohr, hat seinen Ganaim Merch Stand am letzten MPS Weil am Rhein, direkt neben Versengold aufgebaut. Wollte ja sowieso schon immer eine CD von ihnen, kriegte sie sogar mit Widmung im Booklet von ihm und so folgt der Review!
Da viele der Lieder einen historischen Hintergrund haben, sind für Interessierte die jeweiligen Wikipedia Einträge oder noch besser, ein kleines Video von Ganaim selbst mit Hörprobe, in den Titeln verlinkt, wobei auch kleine Infos im Booklet enthalten sind.

1. The Burning Of Auchindoun
Auchindoun war eine alte Burg mit Ländereien in Schottland, das Ende des 16. Jhd von Clan MacKintosh zerstört wurde.
So fängt das Album an, langsam, mit Gesang, Hintergrundmusik und fast schon ein bisschen Mystisch, bis nach einer Minute Pinto den Gesang dominiert und zusammen mit der Geige von Saskia zwar ein wenig energischer, doch trotzdem doch angenehm melodisch weiter macht.

2. Hol An Dro
Ein instrumentales Zwischenspiel, ein guter Übergang zwischen den Liedern und ziemlich gelungen.
Der Titel stammt von einem traditionellen Tanz aus der Bretagne.

3. Johnnie Cope
Ein schottisches Volkslied von Adam Skirving (1719–1803), geschrieben nachdem der engl. General John Cope 1745 von den Schotten vernichtend geschlagen wurde.
Dieses alte Lied wurde schon von vielen Künstlern Aufgenommen, Ganaim bringen im Vergleich zu denen, die ich auf YouTube fand, den Song aber am lebendigsten hervor, da dies ja ein Lied zur Verhöhnung der Briten sein soll und keine Ballade.

  1. Tre Svenska Valser
    Eine ruhige Melodie zeichnet diesen Song aus, der von Ganaim aus drei verschiedenen, schwedischen Walzern zusammen gefügt wurde, der Titel heisst wörtlich vom Schwedischen ins Deutsche übersetzt auch passend: Drei Schwedisch Walzer

5. The Boys Of Bedlam
Dieses Ballade behandelt die Schande über die Psychiatrie Bethlem Royal Hospital in England, mehr zum Hintergrund im Link.
Das Gedicht dazu aus dem 18. Jhd beschäftigt sich als erstes seiner Art mit dem Thema Wahnsinn und ist in den Songtext übernommen worden, was dem ganzen Lied einen melancholischen Unterton gibt.

6. Monaghan´s Jig
Ein traditioneller irischer Jig, etwas Besinnlicheres für Zwischendurch.

  1. Johnny´s Wedding / Tam Lin
    Wiederum ein fröhliches Lied, Trommel und Geige gut vereint für zwar langsame, aber trotzdem Stimmungsvolle Musik, die aus zwei irischen Reels besteht.

  2. Viva Galicia
    Ein Tribut an die gälische Folklore des Nord-Westen Spaniens. Woher auch der Name des Liedes abgeleitet wird.

  3. Are You Sleeping Maqggie?
    Erinnert mich an meine alten Zeiten in Irland, nein ich werde jetzt nicht sentimental.
    Melodisch gesungen von Pinto und einfach ein super Lied, das als ein Klassiker der schottischen Liedergeschichte gilt. Die Interpretation von Ganaim ist gewollte Düsterer geworden, als die anderer Bands die ich kenne, da Pinto sich in den armen Typen versetzt, der in der kalten Nacht vor verschlossener Türe steht.

10. I´ll Tell Me Ma
Zum Abschluss kommt noch ein Kinderlied, der Ursprung hierbei ist unbekannt und wird textlich auch immer abgeändert, je nachdem wo es gerade gespielt wird.
Eine richtige Stimmungsbombe (hat jetzt nichts mit Belfast zu tun), bei der Pinto noch einmal richtig aufdrehen kann, fast schon mein Lieblingslied des Albums.

Fazit:
Ceol ón Mhuileann ist Ganaim’s erste CD. Es ist nicht das Folk-Typische das man aus der Mittelalterszene erwartet, doch Abwechslungsreich einmal ruhig und besinnlich, vor allem die eigene Interpretation und Vermischung der traditionellen Lieder ist super.
Pinto und* Saskia* haben hier etwas erschaffen worauf sie stolz sein können und von mir bekommen sie 8/10 Triquetras von mir!

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