Feuertanz Festival auf Burg Abenberg 24/25.6.16 11.05.2016 - von Simi Dörig

Zum dritten Mal wird die Burg Abenberg vom Wikinger gestürmt; es ist endlich wieder einmal Zeit für das Feuertanz!

Was 2014 als halbherziges Versprechen an einem biergetränkten Versengold-Konzert in München begann, ist für mich mittlerweile eines der Highlights des Jahres geworden:
Das Feuertanz-Festival im kleinen, beschaulichen Städtchen Abenberg mit gleichnamiger Burg als Festival-Gelände!
Am 24+25. Juni zeigt die gut 1000-jährige Burg zum 16ten mal, wie sich ein mittelalterliches Festival genau anzufühlen hat:

Ein Zeltplatz, der das ganze Städtchen belagert und rund um die Festung verteilt ist, ein Gelände, das jeder noch so RUMgemachte Trunkenbold finden sollte... Also man sieht den Turm wirklich von überall her, was wiederrum auch bedeutet, dass man im Suff dann den Burghügel herunterrollen kann.
Wer diesen Aufstieg dann überstanden hat, natürlich inkl. diverser Stopps in der hocherfreuten und freundlichen Lokalgastronomie, wird dann durch das Tor schreiten und sich in einer Festung der Freuden, Völlereien und Frohsinnigkeiten wiederfinden können (nein, kein Koks und Nutten); doch ein Punkt auf der Liste nach dem anderen.

Camping

Die Camping-Regeln könnt ihr gern HIER auf der Homepage nachlesen, ich will in diesem Teil hier nur auf die Live-Erlebnisse aufmerksam machen.
Das Camping kostet euch zuerst einmal noch 10 Euro mehr, das dazugehörige Bändchen solltet ihr dann auch holen, sobald ihr euer Zelt aufgeschlagen habt. Auf dem Weg zum Ticket-Stand wird euch dann bestimmt schon mal die Atmosphäre auffallen (ausser ihr seid so früh dran, dass noch keine Sau da ist).
Ihr seid mitten oder gleich am Rand der Siedlung, habt einen traumhaften Ausblick, genug WC-Wagen/Dixis und sogar einen Zuber mit Getränkeservice auf dem Gelände (reserviert den aber genug früh!).
Zum Einkaufen findet ihr kleinere Läden sowie einen EDEKA in der Nähe. Die lokale Feuerwehr stellt euch sogar für eine 2-Euro-Spende ihre Mitarbeiterdusche zur Verfügung;
Öffnungszeiten bitte vor Ort beachten, ich bin Wikinger, ich war da nie... Mir reicht ein Kanister aus den Zeltplatz-Wasserstellen oder einfach ein Platzregen, aber die Mädels, die trotzdem gingen, schwärmten vom durchgehend warmen Wasser.

Habt ihr euch dann gerüstet (Ja, ihr kommt da in Rüstung rein, Waffen einfach komplett stumpf und gesichert) geht‘s los in Richtung Luginsland _(so heisst der 33m hohe Turm) durch die Altstadt hindurch, was einen kleinen Spaziergang samt Aufstieg des Burghügels beinhaltet und dank der Orientierungshilfe ziemlich einfach zu bewältigen ist.
Eine ganz andere Geschichte ist es dann einfach, wenn ihr _blau wie das Meer, voll wie ein Laderaum und breit wie die Är...
ehm, einfach nicht mehr ganz nüchtern zurück zum Zelt finden wollt; doch sogar ich Schnapsdrossel hab das ganz alleine im Mondeslicht geschafft (Klar, mit kleinem Extra-Umweg über naheliegenden Gasthof, aber voll war der Mond und noch voller war...).

Burg Abenberg

Eines der besten, wenn nicht sogar das beste Festivalgelände, dass ich kenne:
Auf dem Aussenhof findet ihr die Bühne, einen gossen Platz zum Stehen, eine seitliche Steintribüne mit Blick auf das Konzert, eine Schwanz-Schwanz-Bar (engl. auch CockTailBar genannt) sowie im hinteren Teil Kloanlagen und natürlich Getränkestände.
Ein wenig weiter die Burg hinauf stosst ihr auf einen kleinen Garten, in dem die Merch-Stände untergebracht sind. Es ist üblich, dass der eine oder andre Künstler dort herumlümmelt und, ich zitiere hier einfach mal Knasterbart, „sich trotz internationalem Super- Status Getränke von Euch ausgeben lässt und Eure Brüste signiert.“ Natürlich passend gleich noch mit angrenzender Taverne, die Signierstifte aber besser selber einpacken.

Dann, ganz oben in der Burg, gibt es eine Vielzahl von Marktständen mit mittelalterlichen Waren, Spanferkel, andere Leckereien, den Burgsaal und, wer hätte das gedacht, noch mehr Flüssigstände, um eure Laune (und andere Dinge) zu heben! Auf der Burg wird jetzt wirklich niemand verdursten...

Programm

Der wichtigste Punkt des ganzen Festivals, denn wer nur wegen des Saufens kommt, kann meiner Meinung auch zuhause bleiben: DIE BANDS!
Und jeder dieser Künstler will doch irgendwie angekündigt werden und einfach ein Screen mit: „Justin Bieber spielt jetzt!“, wäre dann doch zu langweilig. Und so hat der Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut, um für euch am Freitag zwei verlauste Gossenlumpen auf die Bühne zu werfen.
Dreckig, müffelnd, schnapsgetränkt und absolut niveaulos saukomisch werden sich am ersten Tag die beiden Vorzeige-Rinnensteinpenner Hotze & Fummelfips Knasterbart öffentlich über die jeweils nächste Band auslassen, lästern und die Stimmung schon mal so richtig aufheizen!

Ein wenig gepflegter, doch nicht minder unterhaltsam, übernimmt am Samstag Sören Vogelsang die Moderation des Programms; der Junge ist auf und neben der Bühne für (fast) jeden Spass zu haben.

Das Band-LineUp sieht wie folgt aus, ich gehe jetzt einfach mal die Bekannteren und persönliche Lieblinge durch, die Running-Order gibt es HIER.

In Extremo

Eine der ältesten und bekanntesten Mittelalter-Rock-Bands, die es gibt.
Kennengelernt beim Gastauftritt im Soundtrack zum Spiel „Gothic“, habe ich die Band einige Jahre lang verfolgt und gesehen, wann immer ich konnte. Mir persönlich gefielen sie nach Sterneneisen nicht mehr so, doch hoffe ich auf einige alte Lieder und eine super Show!

Subway to Sally

Mit ihren 25 Jahren Bandbestehen schon alte Hasen in der Mittelalter Rock Szene, welche sie auch massgebend beeinflusst haben.
Musikalisch zeichnen sie sich mit, für eine Folk-Band, eher härteren Klängen aus und je nach Album werden Missständen der heutigen Zeit, alte Folkloren und auch teils mystische Gestalten besungen.

Eluveitie

Ich bin ehrlich zu euch, ich weiss nicht, was diese Band da zu suchen hat:
Klar klingen die ersten Alben noch nach Celtic, jedoch nach Everything remains as it never was fielen sie bei mir durch. Die Band war bereits im Herbst schon Headliner eines Pagan/Black Open Airs, was in eine komplett andere Richtung geht.
Liegt es daran, dass ich Eluveitie noch als unbekanntere Band vom 2010 in Erinnerung habe? Dass man als Schweizer irgendwann einfach eine Überdosis ihrer Omnipräsenz hat? Oder werde ich einfach nur alt?
Falls ihr euch auf sie freut, habt Spass und geniesst das Konzert, wundert euch aber auch nicht, wenn ein Wikinger mit Elugaytie-Holzschild neben euch steht.

Versengold

Mit zwei neuen Bandmitgliedern, einem neuen Album (Zeitlos im Link) und ersten, eigenen Musikvideos schlittern Versengold wieder einmal in die Burg Abenberg. Die sympathische Truppe lädt mit Flöten, Gitarren, Drehleier und allerlei anderen Instrumenten zum Trinken, Feiern und totalen Vorbühnen-Eskalation ein.
Egal ob schöne Balladen, Tanzlieder, ein paar Querschläger gegen die Kirche oder mehr als genug Sauflieder, immer wird das Publikum miteinbezogen und die Wenigsten können da still stehen bleiben!
Einer meiner persönlichen Highlights, also lasst euch diese Truppe ja nicht entgehen!

Mr. Hurley und die Pulveraffen

...Auch bekannt als der dreiköpfige Affe, auch bekannt als Santiano für Arme, auch bekannt als diese eine Band, die blau wie das Meer spielt... ab hier sollte so ziemlich jeder wissen, um wen es sich handelt.
Diese Pirrrratenband hat es eindeutig in sich: Erst gerade diesen Frühling haben sie sich aufgemacht um mit ihrer ersten Aggroshanty-Club-Tour über die 7 Bundesländer (oder wie viele ihr auch immer habt) zu schippern, zu welcher auch meine Wenigkeit in München (ja, ich lande öfters da) ordentlich RUMmachen konnte!
Geniale Parties, Stimmung wie eine Sturmflut und sympathische Spielmänner machen sie auf jeden RUMfall sehenswert!
Wer von euch Landratten jetzt nur Blau, Auf den Captain und Geissel der See kennt, dem lege ich diese „CD Reviews hier“, einfach mal zur Leber!

Pyrates!

Noch mehr Pirrrraten auf dem Feuertanz! Sie würden ja das Festival übernehmen, aber da hält es sich wie mit den Iren: Gott hat Whiskey erschaffen, um die Iren daran zu hindern, die Welt zu erobern; bei den Piraten war’s der Rum.
Von der Band habe ich jetzt selbst noch nichts gehört, doch sie bezeichnen sich als electric folk rock pirate und so klingen sie irgendwie auch. Vor allem Shantys und alte, irische Folkslieder mit Geschwindigkeit und elektrischen Einflüssen, wird auf jeden Fall mal angeschaut!

Vogelfrey

Aus dem hohen Norden (Sammelbegriff für die Gegend um Wacken) angereist, kann ich endlich die 6 Vaganten wieder einmal sehen!
Eine ganze Palette Folkrock mit Pagan-Einflüssen wird uns erwarten:
Balladen, Schlachtenlieder, Saufsongs, spezielle Themen von Feenfleisch über Vaganten bis hin zu Bluthochzeiten, Templergulasch und Sturmfluten, das sind Vogelfrey!
Das letzte Album Sturm und Klang gibt es im Link und sonst lege ich euch Waffenbrüder, 6 Vaganten und Schuld ist nur der Met als Hörprobe dazu.

Weitere Bands hier im Überblick:

COPPELIUS – Nach eigenen Angaben Kammercore-Metal, es klingt interessant, werde ich mir anschauen!
CULTUS FEROX – Alte Hasen im Geschäft, Klassiker mit bekannten Liedern.
PUNCH'N'JUDY – Crossover-Folk... klingt ein bisschen nach Metal, aber wir sehn‘s ja dann.
FURUNKULUS - Spilleut der Ewigkeit, die erste mittelalterliche Marktband Bayerns. KRAYENZEIT - Mittelalterrock, Folkrock aus Stuttgard!

Ein kleines Augenmerk bitte auf die beiden Mitternachts Konzerte von Sören Vogelsang & Band am Freitag (der Typ der Sa die Moderation macht) und Ganaim am Samstag, einem Nebenprojekt von Versengold-Multitalent Pinto von Frohsinn mit ihrem Album Ceol, hier den Review dazu.

Eigentlich muss ich hier ja gar keine Werbung mehr machen, da das Feuertanz-Festival dieses Jahr bereits ausverkauft ist. Doch falls ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, der mit jemandem verschwägert ist, der wegen einem Genickbruch (kleinere Lappalien sind keine Ausrede) nicht kommen kann, sichert euch sein Ticket, es wird sich lohnen!
Oder merkt euch das Festival für 2017 vor, man sieht sich auf der Burg! SKAOL!

FEUERTANZ HOMEPAGE

DIE FESTIVAL SPECIAL SENDUNG FINDET AM 1. JUNI 2016, VON 20-22 UHR AUF RADIO HELLVETIA STATT!

Flyer