Bluerose - Darkness and Light 26.10.2014 - von Knut van Knöterich

Metal aus Triest, Italien - Bluerose mit ihrem Album "Darkness and Light"

Ich war vor einiger Zeit im Starclub in Uster und wollte mir die deutschen Powermetaller von "Iron Savior" anschauen. Dazu kamen noch die Berner Jungs von "Pertness" mit ihrem verdammt geilen Krach UND sie hatten Kilts an! Doch am Anfang kam eine Band, die mich wirklich beeindruckt haben: Bluerose!

Ehrlich gesagt: Ich erwartete eine Glam Metal Band und wollte sie mir daher schon gar nicht erst antun. Und was bekam ich? 4 Typen die ein richtig geiles Heavy Metal Konzert ablieferten! Von Glam keine Spur! Natürlicherweise war das Schweizer Publikum sehr zaghaft, ich jedoch musste dazu einfach Headbangen, sie trafen genau meinen Geschmack: Schwere Heavy Metalriffs gepaart mit einer perfekten Verzerrung der Gitarren und einer kraftvollen, klaren Stimme des Sängers Riccardo Scaramelli. Nach dem Konzert holte ich mir ihre neue Platte "Darkness and Light" und war gespannt drauf, ob sie auch auf der Scheibe so gut tönen wie live. Ich habe mir die Scheibe ein paar Mal genehmigt und nun sitze ich hier...

Mein Glas ist mit Vodka gefüllt, die CD im Laufwerk, die Eier in Position und los geht die wilde Fahrt:

  1. Darkness and Light
    Okay... 20 Sekunden lang nichts, dann fängt das Intro an. Nach rund 40 Sekunden gehts los. Der Song erinnert ein wenig an ein Song von Metallica von Load/Reload... Aber die Stimme! Klar, abgeklärt, genial. Lockerer Headbangsong. Einfaches, eher langsam gespieltes Solo, gegen den Schluss dann ein wenig schneller gespielt. Naja, gibt Schlimmeres.

  2. Reloaded
    Whoa! DAS ist ein geiler Riff! brb, headbanging... Könnte auch von Load/Reload sein, nur ist der hier definitv geiler. Und Riccardo's Stimme, Holy motherfucking Balls! So muss ein richtig geiler Heavy Metal Song sein: Geniales Drum, ein pornöser Riff und ein richtig schweres, teilweise schnell gespieltes Solo. Einzig das "whoa whoa whoa" im Hintergrund wie bei Bon Jovi's "Living on a prayer" könnte man weglassen. Ansonsten: Hammer Song!

  3. Run
    Uuuuh, ein hohes Bass Intro. Könnte von Maiden sein. Der Strophenteil kommt sehr gut, könnte von mir aus auch einfacher sein. Der Palm Muted Teil im Refrain könnte man durch einen durchgezogenen, einzelnen Riff ersetzen, er würde besser zum Song passen. Die Stimmlage ist sehr gut gewählt. Solider Song.

  4. On my way
    Das könnte interessant werden... Yeah! Wie Reloaded ein perfekt gewählter Riff für den Strophenteil! Take me... On myyyy waaaayyyyy! Refrain: Perfecto! Und danach ein kleines, aber feines Solo. Metal durch und durch. Und jetzt wieder der Refrain... Fuck! Ooooh... Da spielt jemand mit dem Tremolo... Hört sich an, als ob ein V8 Amischlitten daher kommt in dem ein Gitarrengott ein Solo abliefert! JA, JA, JA und nochmals JA! Das wird sich in meinem Ohr festfressen! PFANNTASSTISCH!

  5. I know
    Melancholisches Intro, ich bin gespannt. Die Stimme ist einfach nur Porno. Anfangs eher ein langsamer Song, danach wird das Schlagzeug schneller. Sehr schwerer und langsamer Einsatz der verzerrten Gitarre, hört sich wie "Slither" von Metallica an.... Ebenfalls auf Reload zu finden... Lockeres Standartsolo. Der Refrain ist nicht schlecht. Joa, kann man gelten lassen.

  6. Leaving you
    Uh... Das hört sich böse an. Ein paar düstere Synthesizer. Aaah, hört sich an wie ein sehr langsames "2 Minutes to midnight" von Maiden. Das Schlagzeug vor der Strophe hat noch einen kleinen Schlagwechsel drin. Ich sage dazu: Unnötig, stört nur beim Headbangen! Joa... Wäre der Song eine Suppe würde ich noch Salz reinkippen: Gute Grundsubstanz, aber es fehlt die Power. Der Refrain ist eher langweilig. Das Solo hingegen ist echt geil! Auch das Outro mit heftigem Geschredde kann da nichts mehr retten. Jungs: Ihr habt bewiesen, dass ihr es besser könnt, also tut es!

  7. Rock your soul
    Okay, Hardrockriff... Und heftiger Einsatz des Phasers bei der Gitarre. Hört sich nach einem soliden Power Metal Song an. Wieder kommt Riccardo's Stimme voll zur Geltung! Der Refrain geht unter und endet zu abrupt, das geshoutete "Rock your soul" ist kaum vorhanden. Aaaah, die Bridge hört sich mit Palm Muted E-Saiten geschreddere schon mal vielversprechend an. Ja, das Solo passt! Kann man leben lassen.

  8. The land of the light
    Vielversprechendes Intro, versetzte Snare. Die Stimme beschert mir Gänsehaut. Augen zu, dieser Song ist was zum Träumen. Der Refrain kommt unglaublich gut zur Geltung. Ouh, ein wenig nach der Hälfte kommt der Bass alleine, dann das Schlagzeug. Da hat sich jemand von Steve Harris und Nicko McBrain inspirieren lassen. Perfektes Solo mit wunderbar ausklingenden Tönen. Dieser Song bringt einen nicht zum Headbangen, er bringt einen zum Träumen. Sauber!

Knut's Resümee zu Bluerose's "Darkness and light":

Die Jungs waren live der Hammer! Auf dieser Scheibe bringen sie diese Live Power teilweise rüber. Die Songs "Reloaded" und "On my way" beweisen es: Beinharter, schwerer Metal, einmal langsam, einmal schnell! "The land of the light" ist ein perfekter Song nach einem harten Arbeitstag: Anstatt irgendwelche finnische Walgesänge zum Chillen hören kann man auch diesen Song abspielen. Die restlichen Songs können mich nicht wirklich überzeugen. Hier und da kann die Stimme von Riccardo Einiges wett machen: Seine Stimme gleicht die von Klaus Meine von den Scorpions, nur besser. Aber wie schon geschrieben: Bei vielen Songs fehlt das Salz bzw. die Power.

Ich denke dass Leute, die Scorpions oder Metallica's "Load" und "ReLoad"mögen, sich Bluerose anhören sollten: Sie machen soliden Heavy Metal / Hard Rock gemixt mit einer unglaublichen Stimme. Nicht mehr, nicht weniger.

Wer sich die Jungs mal anhören will, sollte sich auf ihrer Website http://www.bluerose-rockband.com/ mal ein paar Songs anhören. Meine Empfehlungen: On my Way und Reloaded.

Ende und Aus!