Bifröst – Mana Ewah 29.02.2016 - von Simi Dörig

Der Ewige Mensch steigt aus den Tiefen heraus: Düster und atmosphärisch kommt das vierte Studioalbum von Bifröst daher!

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3 Jahre zogen ins Land; nach dem Release von Tor in eine neue Welt verstrichen lange Winter und festivalreiche Sommer bis man Neues von der österreichischen PaganMetal-Band auf CD zu hören bekam.

Mit Mana Ewah, also dem Ewigen Menschen, kommt nun, wenn man es mit ihren ersten zwei Schöpfungen vergleicht, ein etwas düsteres Album der Band. Ist es jedoch schlecht, wenn mal nicht gegen Pfaffen gewettert oder zum Saufen aufgefordert wird? Ganz und gar nicht, denn PaganMetal ist gern ein zweischneidiges Schwert, was allzu oft vergessen wird; und so erzählt dieses Album vom Tod und dem Ende des Seins.
Beim mehrmaligen Durchhören fiel mir persönlich auf, dass die Lieder etwas Wehklagendes an sich haben, im Allgemeinen ein bisschen ruhiger daher kommen, doch so auch mehr Atmosphäre aufbauen können.

Passend dazu fällt auch das Cover aus: komplett in Schwarz und nur mit verdorrten Bäumen und einem Schädel in Weiss gezeichnet lässt sich hier schon erahnen, wohin die Reise geht.

1. Himmelsfall
Schon der Anfang des Albums klingt so, wie Bifröst klingen sollte: Ragnars Stimme, harte Klänge und, zwischendurch, melodische Passagen, die zwar Abwechslung bieten, sich aber nahtlos in den Song einbinden. Wie erwartet handelt der Text vom Verlassen dieser Welt, einer Reise auf den höchsten Gipfel der Berge, bis der Seelenstrick endgültig durchtrennt wird und man gen Himmel fällt.

2. Verräters Geschick
Weder Wehklage noch Erbarmen gibt es für Jene, die Verrat übten! Ein Zornesfaden zieht sich durch das Lied. Ein Bruder, ein Freund der dem Fluch des Goldes anheimfiel und seine Sippe dafür verriet, wird hier gebührend dafür behandelt. Besonders gefällt mir die kleine instrumental Einlage in der Mitte, jetzt müsste ich einfach noch herausfinden, was das für ein Instrument ist…
Hängt ihn, hängt ihn, hängt ihn noch höher,
Verräter, dies sei dein Geschick!


3. Mana Ewah
Eingängiger Gitarrenriff zu Beginn, welcher bald mit dem Schlagzeug einhergeht: So fängt der Titeltrack des Albums an, der voller Energie steckt! MANA EWAH! wird hier schon wie ein Mantra gesungen und sticht auch stimmlich heraus, begleitet von 2 bis 3 Wörtern zwischen den Wiederholungen, exzellenter Stimmungsaufbau.
Wie von der Band gewohnt wird es gegen Schluss kurz etwas ruhiger, was zur Atmosphäre beiträgt und ihr Tiefe gibt, bevor einem dann die letzten Zeilen entgegen geschmettert werden!

4. Waffenbruder Niedergang
Ein Duett von zwei Waffenbrüdern, welche zusammen über Bifröst (jaja, dumme Anspielung) nach Walhall fahren. Schnelle Melodie, gelungenes Rollenspiel der zwei Sänger und fast schon das Highlight der Scheibe: Hier liegt Freude in der Luft und auch Live sollte gute Stimmung vorprogrammiert sein.
Oh mein treuer Bruder, der Lohn sei nun endlich dein,
Steig auf zu den Göttern und sauf den süssen Wein!


5. Im Angesicht des Todes
Abwechslungsweise erklingt ein Gitarrenriff aus der linken oder rechten Boxe, als wäre man auf einem Marsch durch das Leben/Lied. Ein Text über die Vergänglichkeit des Seins und die Erkenntnis der letzten Atemzüge.

6. Tobendes Herz
Aus meiner Sicht ein ziemlich tiefgründiges Lied (ja sowas mag ich auch), erinnert auch ein wenig an Tor in eine neue Welt. Das Herz, der Kern unseres Seins (von mir auch scherzhaft Alkpumpe genannt) bebt aus Erregung, Zorn, Liebe... stand schon vor Kummer und Angst fast still, doch wird es älter bis es stillsteht und wir uns an jeden Schlag erinnern.
Das soll hier die Botschaft von Bifröst sein und die ist bei diesem Song einfach nur wunderbar gelungen!


7. Eine neue Zeit
Der Abschluss des Albums: Noch einmal ein wenig Gänsehaut bei Intro und Text. Interessant hier finde ich die Passagen über Helios, den Sonnengott der altgriechischen Mythologie sowie den Übergang vom Schatten in das Licht, eher langsam, aber doch mit der üblichen Bifröst-Härte vorgetragen.
Wo einst das Herz, nun Flügelschläge – rasche
Es keimt ein Leben, ein Phönix aus der Asche


Fazit:
Anders als gewohnt kommt Mana Ewah daher: Weniger streitlustig, eher nachdenklich, mit ein wenig Melancholie, doch mit einiges an Atmosphäre und dennoch trotzig dem Leben entgegen präsentieren sich Bifröst auch ihrer neuen Scheibe. Die Musik ist eine Spur ruhiger, passt jedoch genau zu den angesprochenen Themen, welche sich die Band in den letzten Jahren genau ausgedacht und formuliert hat.
Von mir bekommt der „Ewige Mensch“ 8/10 Nornen Garne!

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