Appearance of Nothing - A new Beginning 27.08.2015 - von Julian

Basler Prog Metal vom Feinsten?

Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, als ich die Bandunterlagen studierte.

Grosse Namen sprangen mir aus dem Pressetext ins Auge. Sowas wie Dream Theater, Saga oder Vanden Plas. Mein Interesse war geweckt, aber würden die Basler Prog-Metaller mit ihrem aktuellen Album "A new Beginning" die hohen Erwartungen erfüllen? Um den Rahmen nicht zu sprengen erläutere ich anhand meiner persönlichen Favoriten-Tracks meine Meinung:

Der Opener "Chains of History" fährt mit einem elektronischen Intro auf, dass mich für einen Moment an der Musikrichtung zweifeln lässt, doch bereits Sekunden später bin ich gebannt. Schon die ersten Riffs bringen sauberen Prog-Metal durch die Boxen. Die Gitarrenspuren paaren sich mit krassem Synthie-Sound und erinnern schon zu Beginn stark an Dream Theater. Fett. Nice. Prog.

Das Riffing von "The Seer" besticht mit technischer Finesse - vor Allem der Keyboard-Sound bringt eine deutliche Abgrenzung zu anderen Bands mit sich. Der klare Gesang, den ich aus "Chains of History" schon schnell schätzen gelernt habe, wird von würzigen Grunzeinlagen garniert. Unverhofft kommt oft, das Wechselspiel zwischen Pat Gerber und Omar Cuna passt ausgezeichnet.

Der Titeltrack "A new Beginning" trägt die ruhigere Seite der fünf Basler ans Tageslicht. Der Anfang ist herrlich melodisch und besticht sowohl mit Einfachheit, als auch mit perfekter Umsetzung derselben. Der Übergang in den melodischen Prog-Metal sitzt und lädt zum Träumen ein.

Auch "When the Glass Breaks" sorgt für Gänsehaut. Melodie trifft Hard Rock. Rhythmuswechsel sorgen durchweg für Spannung - in jedem Takt meint man etwas Neues entdecken zu können.

Fazit: Appearance of Nothing haben mich mit "A new Beginning" persönlich heiss gemacht. Heiss auf Prog. Das Album ist durchweg gut produziert und weist nur wenige merkliche Schwächen auf.

Vereinzelt vermisst man bei "A new Beginning"zwar die metallische Härte (die selbst in den Riffing-Passagen leider zu wenig zur Geltung kommt), doch wenn man sich mit Prog-Metal befasst, wird schnell klar, dass diese Art von Härte nicht Teil des Konzeptes ist.

Der Vergleich mit Saga und Dream Theater ist erstaunlicherweise nicht weit hergeholt - einige Songs erinnern tatsächlich an grosse Namen. Ich bin gespannt, wie es mit Appearance of Nothing weitergeht.

Homepage der Band