27.10.15 - Slayer, Anthrax, Kvelertak im Komplex457 07.03.2016 - von Phip Wyssen

Eine Publikum das ausrastet, und das an einem Dienstagabend. Slayer, Anthrax und Kvelertak haben den Komplex 457 zu einem Höllenschlund gemacht, aus dem keiner entfliehen konnte. Ein Bericht aus dem Pit.

Nach einem Bierchen an der Bar ging es nach vorne zu Kvelertak. Der Platz als Opener und die abweichende Stilrichtung zum Headliner vermochten die Menge nicht so zu überzeugen. Doch schaffte es Sänger Erlend Hjelvik mit seinem energievollen Gesang und der prägnanten Präsenz einige Zuschauer doch noch zum Headbangen zu bewegen. Auch zu einem kleinen Mosh Pit liessen sich einige hinreissen. Der Funke ist jedoch nicht so wirklich übergesprungen. Als Vorband leider nicht die passende Wahl gewesen.

Nach der Umbauphase stürmten dann Anthrax die Bühne und hauten den Leuten von Anfang an ihren Old School Thrash um die Ohren, so dass sich keiner mehr stillhalten konnte. Ein ordentlicher Mosh Pit war die logische Konsequenz und riss jeden mit. Scott Ian und seine Jungs gaben derweil auf der Bühne ebenfalls Vollgas. Joey Belladonnas mächtige Stimme beschallt die ganze Halle und überdeckt das schnelle und trotzdem lockere Spiel der Band sauber. Anthrax weiss einfach wie man für Stimmung sorgt.

Doch das Highlight des Abends kam für die meisten erst noch: SLAYÄÄÄ. Die roten Scheinwerfer und das Intro des neuen Albums REPENTLESS liessen ein höllisches Feeling aufkommen, dass einem das Bier in den Adern gefror. Als dann jedoch der Titelsong wie ein Schlag ins Gesicht der Leute haute, kochte der Saft in den Adern und kein Stein stand mehr auf dem andern. Wer sich bei Anthrax noch aus dem Gemoshe hatte retten können, war hier chancenlos. Bis zum Mischpult war alles in Bewegung. Slayer selbst ebnete derweil die Bühne selbst mit ihrem mörderischen Sound ein. Zu meiner Freude hatte sich Araya denn grauen Vollbart wieder auf einen Kinnbart gestutzt. Noch vor einem Jahr sah dieser Kerl eher aus wie der liebe Opa im Schaukelstuhl, und nicht wie ein Henker, der gleich seinen Bass auf deinem Schädel zertrümmert. Das ganze Konzert war ein einziges Gemetzel, dass nur durch das für Slayer-Standard ruhige „Dead Skin Mask“ kurz unterbrochen wurden. Als Abschluss wurde durch ihre Klassiker „South of Heaven“, „Raining Blood“ und „Angel of Death“ der Komplex endgültig dem Erdboden gleich gemacht.

Ich war total im Arsch aber hatte trotzdem ein riesen Grinsen im Gesicht. Der Abend war ein Erfolg und an das frühe Aufstehen am nächsten Morgen wurde bei einem letzten Bier gar nicht erst gedacht.