16.04.16 – Metal Meltdown Vol. 3 – Piccadilly Brugg 26.04.2016 - von Bruce

Thrash- und Heavy-Metal-Geknüppel vom Feinsten

Metal Meltdown

Auf dem Weg ins Piccadilly war ich zwiegespalten. So freute ich mich zum einen zwar auf einen bombastischen Konzertabend mit geilen Bands, zum anderen wurde meine Stimmung vom tragischen Ausfall Marius Tenglers (Bassist, „Final Crusade“) gedämpft. Doch dazu später mehr.

Nach dem Eintreffen, Begrüssen und Bier holen meinerseits, begann die Veranstaltung auch schon. Den Anfang machten „Mind Patrol“, welche eine musikalische Mischung aus Thrash und Heavy mit klarem Gesang ablieferten – Erinnerungen an die Band „Heathen“ wurden wach. Die jungen Luzerner haben sich Mühe gegeben, das noch kleine Publikum, für Ihre Musik zu begeistern. Jedoch blieb die Euphorie fast ganz aus. Die Ausnahme bildeten die Songs „Warefare“ und „Fight Until We Die“. Beim letzteren hat Yves (Vocals, Guitar) die Besucher sogar zum reservierten Mitsingen gebracht. Dies markierte aber auch schon den Schluss der ersten Band.

Obwohl es mir beim Sound von „Mind Patrol“ noch deutlich an Härte und Gewalt fehlte, war ich nun in bester Stimmung für „Final Crusade“. Zu Beginn hat Marco Wernli (Vocals) das Wort ans Publikum gerichtet und Stellung zu Marius Tenglers Zustand genommen. Für die die es nicht wissen, Marius hatte vor ca. vier Wochen einen schweren Motoradunfall und ist nun im Spital. Zu seinen Ehren hat die Band ihm das Konzert gewidmet. Eigentlich müsste man meinen, dass, sowohl bei der Gruppe als auch im Publikum, die Stimmung entsprechend gedrückt sein müsste, doch ganz im Gegenteil. „Final Crusade“ hat schon zu Beginn Heavy-Metal allererster Güte geliefert. So durften wir uns z.B. an dicken sowie präziesen Solos seitens Aaron Hartmeier und Kevin Waltert (Guitars) erfreuen. Auch an Hymnen zum Mitsingen in Form von „Destiny“ mangelte es nicht. Marco selbst lieferte einen grossen Beitrag zum Gelingen der Show. So konnte er die Leute vor der Bühne über die gesamte Spielzeit mit seiner Energie mitreisen. Resümierend will noch ein besonderes Augenmerk auf das enorme Mass an Professionalität richten, welches, trotz der schwierigen Lage, von allen Bandmitgliedern an den Tag gelegt wurde.

Als die Show mit „Forged with Metal“ ihr Ende fand, hiess es kurz an die frische Luft und wieder mit Gerstensaft eindecken. Nun war es an der Zeit, dass die Griechen von „Chronosphere“ zeigten was sie drauf haben. Bevor überhaupt ein Ton erklungen ist, fiel eine Sache auf - Die Erscheinung. So trugen alle Bandmitglieder knallrote Hosen. Was dann beim Erklingen der ersten Akkorde als nächstes auffiel, war das brachiale Tempo. Ich war begeistert. Genau so mag ich meinen Thrash: rasant, rau und dreckig. Exemplarisch für die Qualität der Band stach der Song „Brutal Decay“ heraus, da dieser hohe Geschwindigkeit mit solider Technik verbindet. Der Sound selbst geht Richtiung "Havok". Jedoch würden dem Songwriting ein paar ruhigere Passagen nicht schaden, damit eine gewisse Monotonie vermieden wird. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Während dem Konzert selbst, verging die Zeit dann wie im Flug. So hiess es von Spyros Lafias (Vocals, Guitar), dass bereits das letzte Stück verklungen ist, als alle noch Lust auf mehr hatten. Auf die Rufe nach Zugaben, reagierte Kostas Spades (Bassist) mit einem Sprung von der Bühne ins Publikum und stimmte ein letztes Lied an. Nach der ersten Sekunde war allen im Raum klar was jetzt kommt: „Ace of Spades“. Die Reaktion war ein tobender Chor. Mit diesem wurde auch die Show der dritten Band beendet.

Für CHF 15.00 Eintritt wäre ich mit dem Konzert eigentlich schon zufrieden gewesen. Aber natürlich stand noch der Headlinder „Battalion“ auf dem Plan. Mittlerweile sollte die Band eigentlich bereits jedem Schweizer, mit ein bisschen Interesse an Thrash, ein Betriff sein. Dennoch gibt es einiges zum Auftritt der Zürcher zu sagen. Ohne viel Geplänkel begann der letzte Act des Abends seine Show. Schon beim zweiten Lied, „Rapid Damage“, war die Stimmung gross. Die Leute grölten bereits mit voller Inbrunst beim Refrain mit. Es folgten weitere obligatorsiche Songs wie „Bomber“, „Thrash Maniacs“ und „Headbangers“, welche mittlerweile zum festen Repertoire der Band gehören. Mit einer kurzen Überleitung von Silvan Etzensperger (Vocals, Guitar) gab es dann noch einen heavy-lastigen Song „Set the Phantom Afire" von dem gleichnamigen Album. Als kleines Highlight wurde das Lied „Lowrider“ gespielt, wobei Alexander Gubler (Bass) ein Brett von einem Bass-Solo hinlegte. Leider war auch „Battalions“ Auftritt schon fast wieder vorbei. Doch als ob die restliche Show nicht schon phänomenal gewesen wäre, glitt Claudio Hürlimann (Guitar) über die Saiten seiner Gibson und spielte noch ein weiteres grandioses Solo. Natürlich kam es auch „Battalion“ zu Rufen nach einer Zugabe. Diese wurden erhöht und die Band bildete mit zwei Schlussliedern den Rausschmeisser des gesamten Abends.

Zusammenfassend kann ich nur empfehlen, dass ihr euch die Bands sowie zukünftige Metal Meltdowns selbst gebt. Fazit: „Kontamination erfolgreich abgeschlossen.“

FB Battalion

FB Chronosphere

FB Final Crusade

FB Mind Patrol